dr. horst j. kayser, vorsitzender des vorstands, arbeitsdirektor


das Geschäftsjahr 2008 war für die kuka Aktiengesellschaft, wie für alle Unternehmen, ein Jahr mit außergewöhnlichen Marktveränderungen. Die weltweite Finanzmarktkrise hat viel Vertrauen in die Funktionsfähigkeit der Märkte gekostet und unsere Auftragseingänge schon im zweiten Halbjahr beeinträchtigt. Dennoch konnte mir Gerhard Wiedemann, mein Vorgänger im Amt des Vorstandsvorsitzenden, am 1. Oktober 2008 ein Unternehmen übergeben, das auf Grund seiner erfolgreichen Fokussierung auf die roboterbasierte Automation gut gerüstet ist, um auch eine konjunkturelle Schwächephase zu überbrücken.

Als Diplom-Wirtschaftsingenieur mit langjähriger internationaler Erfahrung in leitenden Positionen bei Siemens kenne ich kuka bestens. Die Marke kuka steht für Innovationen und Spitzenleistungen in der Robotik und im Anlagenbau. Ich bin dem Ruf des Unternehmens deshalb gerne gefolgt. In den vergangenen Monaten konnte ich mich persönlich davon überzeugen, dass dieses Unternehmen mit seinen beiden Kernkompetenzfeldern Robotics und Systems hervorragende Wettbewerbspositionen im Markt besitzt. Die strategische Fokussierung auf Wachstum in der General Industry – ausgehend von einer starken Position in der Automobilindustrie – ist eine gute Basis für die weitere Entwicklung des Unternehmens. Es ist mir ein persönliches Anliegen, meine Managementerfahrung und meine ganze Energie gemeinsam mit meinem Vorstandskollegen Dr. Matthias J. Rapp, der den Bereich Finanzen und Controlling führt, dafür einzusetzen, die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns zu sichern und den Unternehmenswert der kuka Aktiengesellschaft nachhaltig zu steigern.

Die dunklen Wolken, die in der Weltwirtschaft aufgezogen sind, dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass kuka strategisch auf dem richtigen Weg ist. Zwar hat die weltweite Konjunkturkrise der nordamerikanischen und europäischen Automobilbranche einen Absatzeinbruch beschert, wie wir ihn seit fast 20 Jahren nicht mehr erlebt haben; doch die Regierungen haben auf diese außergewöhnliche Situation schnell und entschlossen reagiert. Staatliche Rettungspakete zur Stabilisierung des Finanzmarkts und der Wandel der Nachfrage werden den Trend zu preisgünstigeren, verbrauchsärmeren Fahrzeugen weiter verstärken. Die Automobilindustrie kann dieser veränderten Nachfrage am besten gerecht werden, wenn sie in neue, roboterbasierte Produktionsanlagen investiert, um entsprechende Automodelle auf den Markt zu bringen.

Gleichzeitig erschließen wir in der General Industry ein großes Absatzpotenzial für unsere Produkte und Anlagen. Mit unserer Produktpolitik, die höchsten Kundennutzen und Wirtschaftlichkeit verbindet, kommen kuka Lösungen zunehmend in Branchen wie der Medizintechnik, der Nahrungsmittel- und Kunststoffindustrie sowie der Luftfahrt- und Solarindustrie zum Einsatz. Auch hier reift die betriebswirtschaftliche Notwendigkeit, bisher kostenintensive manuelle oder weniger flexibel automatisierte Fertigungsprozesse durch eine robotergestützte Automation zu ersetzen.

Im Jahr 2008 ist unser Geschäftsbereich Robotics erneut schneller als der Markt gewachsen. Dabei hat der Auftragseingang aus der General Industry um 24 % zugelegt. Trotz Konjunkturkrise ist es auch dem Geschäftsbereich Systems gelungen, wichtige Referenzaufträge in der internationalen Solar- und Luftfahrtindustrie zu gewinnen. Insgesamt gesehen lagen die Auftragseingänge und Umsatzerlöse des kuka Konzerns auf bzw. leicht über den entsprechenden Vorjahreszahlen, wenn man nicht operative Effekte des Vorjahres herausrechnet. Allerdings mussten wir auch ein deutlich geringeres Betriebsergebnis (ebit) infolge einer Einmalbelastung aus der Stornierung eines größeren Anlagenauftrags für einen nordamerikanischen Automobilzulieferer hinnehmen. Ohne diese Einmalbelastung lag die Umsatzrendite mit 5,7 % über der Zielmarge von 5,5 %. Gleichzeitig bietet die solide Bilanzstruktur des kuka Konzerns mit einer Eigenkapitalquote von rund 25 % und einer geringen Verschuldung eine stabile Geschäftsbasis zur Bewältigung der vor uns liegenden konjunkturellen Talsohle.

Die Auslastung des Konzerns ist durch einen hohen Auftragsbestand – derzeit bis Mitte 2009 – gesichert. Allerdings kann niemand vorhersagen, wie sich die Weltwirtschaftskrise entwickelt, ob sie sich weiter zuspitzt oder schon den Höhepunkt überschritten hat. Da wir davon ausgehen müssen, dass die Automobilindustrie auf Grund der aktuellen Absatzprobleme noch einige Zeit zurückhaltend investieren wird, werden wir das Geschäft mit der General Industry beschleunigt ausbauen. Zudem setzen wir – aufbauend auf unserer starken Marktposition in Europa – in Amerika und Asien weiter gezielt auf Wachstum. Unsere Technologieführerschaft in der roboterbasierten Automation öffnet uns in vielen Regionen und Branchen die Türen. Es gilt jetzt, die Ertragskraft des Konzerns in der konjunkturellen Abschwungphase zu sichern. Hierzu leistet nicht zuletzt unser integriertes Geschäftsmodell seinen Beitrag. Wir intensivieren die Zusammenarbeit beider Geschäftsbereiche in Forschung und Entwicklung sowie in Einkauf und Vertrieb, um Synergien zu heben und unsere operativen Einheiten im Wettbewerb zu stärken.

Das Jahr 2009 wird für den kuka Konzern und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein herausforderndes Jahr. Wir werden diese Herausforderungen meistern. Denn kuka hat viele hoch qualifizierte und motivierte Mitarbeiter, die ihr Knowhow, ihre Ideen und ihr Engagement für unsere Ziele einsetzen. Deshalb bin ich auch davon überzeugt, dass wir unseren Aktionären, Investoren, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Geschäftspartnern bald wieder Positiveres berichten können. Den konjunkturellen Gegenwind wollen wir nutzen, um unsere Potenziale im Markt weiter zu entfalten. Teamgeist entscheidet: One kuka – Wir sind kuka.

Ihr

Dr. Horst J. Kayser
Vorsitzender des Vorstands



dr. horst j. kayser, vorsitzender des vorstands, arbeitsdirektor


Dr. Horst J. Kayser (48) ist seit dem 1. Oktober 2008 Vorsitzender des Vorstands der kuka Aktiengesellschaft. Nach dem Abschluss des Studiums an der Technischen Universität Darmstadt als Diplom-Wirtschaftsingenieur (Elektrotechnik) und an der Harvard University als Master of Public Administration (mpa) promovierte er an der Universität Mannheim zum Dr. rer. pol. Von 1989 bis 1995 arbeitete Dr. Kayser als Management Consultant bei McKinsey & Company in Frankfurt am Main und Kanada. Anschließend war er 13 Jahre lang in verschiedenen Führungsfunktionen des Siemens-Konzerns tätig: zunächst als Management Consultant und Leiter des Geschäftsgebiets Industrial Automation Systems, später als President / ceo von Siemens Südkorea und Chief Strategy Officer der Siemens ag in München. Dr. Horst J. Kayser ist verheiratet und hat drei Kinder.


dr. matthias j. rapp, mitglied des vorstands,
finanzen und controlling


Dr. Matthias J. Rapp (42) ist seit dem 1. Juli 2008 als Mitglied des Vorstands der kuka Aktiengesellschaft zuständig für Finanzen und Controlling; zuvor war er Kaufmännischer Geschäftsführer der kuka Systems GmbH. Dr. Rapp schloss sein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Otto Beisheim School of Management (whu) in Koblenz, der Manchester Business School und der esc Lyon 1995 mit der Promotion an der whu ab. Anschließend arbeitete er als Management Consultant für The Boston Consulting Group GmbH & Partner, Düsseldorf. Von 1997 bis 2002 war Dr. Rapp Leiter der Unternehmensentwicklung der lurgi ag und Kaufmännischer Geschäftsführer der lurgi Life Sciences GmbH sowie von 2003 bis 2006 Chief Financial Officer der Merz kgaa und Merz Pharma kgaa. Dr. Matthias J. Rapp ist verheiratet und hat drei Kinder.