alois buchstab,
leiter industrial business development, kuka robotics

»Sicherheit und technische Perfektion stehen im boomenden Entertainment- Bereich an oberster Stelle. kuka ist weltweit der einzige Roboterhersteller, der auf Grund seines Knowhows eine Lizenz zur Personenbeförderung besitzt – und das bereits seit mehr als zehn Jahren.«

geschäft und rahmenbedingungen

das integrierte geschäftsmodell

kuka konzentriert sich auf die robotergestützte Automation von Produktionsprozessen und ist damit der Branche Maschinen- und Anlagenbau zuzuordnen. Die kuka ag ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft und gehört mit einer Marktkapitalisierung von rund 300 mio. € zum Index mittelgroßer Börsenwerte (mdax) in Deutschland.

Neues Management-Team.

Das Unternehmen wird seit dem 1. Januar 2009 von einem zweiköpfigen Vorstand der kuka ag und zwei Bereichsvorständen geführt, die als Vorsitzende der Geschäftsleitung der kuka Roboter GmbH bzw. kuka Systems GmbH das operative Geschäft verantworten. Der Vorstand der kuka ag legt dabei die Strategie in den in- und ausländischen Märkten fest und ist für die operative Gesamtsteuerung sowie konzernübergreifende Themen zuständig. kuka Roboter GmbH und kuka Systems GmbH sind die Führungsgesellschaften der Geschäftsbereiche Robotics bzw. Systems. Landesgesellschaften in 25 Ländern unterstützen die Geschäftsbereiche weltweit im Vertrieb ihrer Produkte sowie Dienstleistungen und realisieren Montage- und Serviceleistungen vor Ort.

kuka Roboter sind in nahezu allen ­Branchen einsetzbar.

Die kuka ag und ihre Führungsgesellschaften kuka Roboter GmbH und kuka Systems GmbH haben ihren Sitz in Augsburg. Damit ist eine enge Zusammenarbeit aller Konzernteile gewährleistet. Weitere europäische Landesgesellschaften befinden sich u. a. in Großbritannien, Belgien, Frankreich, Spanien, Italien und Schweden sowie in Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Russland. Ein anderer Schwerpunkt der Geschäftsaktivitäten ist Nord- und Südamerika mit Gesellschaften im Großraum Detroit / usa, Mexiko und Brasilien. In Asien ist kuka in Indien, Malaysia, Südkorea, Taiwan, Japan und China vertreten.

Das integrierte Geschäftsmodell von kuka zielt in drei Richtungen: Marktseitig soll eine engere Zusammenarbeit der Großkundenbetreuer aus den Geschäftsbereichen zu mehr Synergien vor allem im Vertrieb mit der Automobilindustrie führen. In der Forschung und Entwicklung wird die Anzahl der Projekte kontinuierlich erhöht, die gemeinsam im Innovation Center zur Marktreife gebracht werden. Darüber hinaus wurden die Geschäftsbereiche von zentralen Funktionen u. a. dem Rechnungswesen und der Gehaltsabrechnung entlastet, die in Shared Service-Centern der kuka ag in Augsburg gebündelt sind. Alle Maßnahmen haben das Ziel, Synergien aus einer engeren Zusammenarbeit innerhalb des kuka Konzerns zu heben, einheitliche Abläufe zu schaffen und die Geschäftsbereiche angesichts des schwieriger werdenden konjunkturellen Umfelds über die Konzentration auf Kernkompetenzen zu stärken.

kuka robotics

Der Geschäftsbereich Robotics liefert im Rahmen des integrierten Geschäftsmodells die Kernkomponente Roboter zur Automation von Produktionsprozessen. kuka Robotics entwickelt, produziert und vertreibt Industrieroboter, die in nahezu allen industriellen Branchen zum Einsatz kommen. Das Produktprogramm des Geschäftsbereichs umfasst sechs modular aufgebaute Grundtypen mit einer Vielzahl mechanischer und elektrischer Zuführungsvarianten. Die Entwicklung und Konstruktion neuer Roboter und Anwendungen sowie die Endmontage erfolgt zentral in Augsburg. Zertifizierte Lieferanten liefern auftragsbezogen Roboterkomponenten. Die Absatzmärkte von kuka Robotics teilen sich in die Segmente Automobilindustrie, General Industry und Service auf. Der Vertrieb an die Automobilindustrie erfolgt durch Großkundenbetreuer. In der General Industry nehmen rund 80 branchenspezifische Systempartner Vertrieb und Service von kuka Robotern wahr.

kuka robotics – wettbewerbsposition automotive

kuka robotics – wettbewerbsposition general industry



Quelle: kuka und Marktinformationen

Der Geschäftsbereich Robotics sieht sich als weltweiter Innovations- und Technologieführer. In der Automobilindustrie ist kuka Marktführer mit einem Marktanteil von rund 20 %. In die General Industry ist kuka erst im Jahr 2000 eingetreten und hat zwischenzeitlich einen Marktanteil von rund 10 % gewonnen.

kuka systems

Geschäftsbereiche Technologie­führer in ihren Märkten.

Der Geschäftsbereich Systems erbringt im Rahmen des integrierten Geschäftsmodells das Anwendungsengineering in der Automation von Produktionsprozessen. Als Generalunternehmer plant und realisiert kuka Systems komplette Anlagen und setzt neben seinem anwendungsorientierten Roboter-Knowhow zahlreiche weitere Umform- und Fügeverfahren ein. Der Geschäftsbereich Systems arbeitet mit regionalen Kompetenzzentren zur Realisierung von Anlagenprojekten: Augsburg für Deutschland und Europa, im Großraum Detroit für Nordamerika und Shanghai für den wachsenden chinesischen Markt. Kundennahe Landesgesellschaften unterstützen diese Zentren und führen kleinere Aufträge eigenständig durch.

In der Automobilindustrie konzentriert sich kuka Systems auf flexible Anlagen zum Bau von Fahrzeugkarosserien, auf denen mehrere Modelle oder Varianten eines Modells hergestellt werden können. Weitere Geschäftsfelder sind der Presswerkzeugbau und automatisierte Montagelinien für Motor- und Getriebeteile, die an den Standorten Schwarzenberg / Erzgebirge und in der Slowakei sowie in Bremen und im Großraum Detroit / usa angesiedelt sind.

kuka systems – wettbewerbsposition



Quelle: kuka und Marktinformationen

kuka Systems ist mit einem Marktanteil von rund 25 % in den von der Automobilindustrie frei vergebenen Aufträgen Markt- und Technologieführer. In der General Industry expandiert der Geschäftsbereich in technisch vergleichbare Branchen wie die Luftfahrt- und die Solarindustrie.

strategie

Dem seit Mitte 2008 deutlich schwieriger gewordenen Marktumfeld begegnet kuka mit folgenden strategischen Stoßrichtungen:

Beschleunigter Ausbau des General Industry-Geschäfts.

Die Automobilindustrie hat infolge des weltweiten Konjunkturabschwungs 2008 erstmals seit knapp 20 Jahren einen Rückgang des pkw-Absatzes hinnehmen müssen. Deshalb werden seit den zweiten Halbjahr 2008 Investitionen in neue Modelle und Produktionsanlagen verschoben und auch Bestellvolumina verringert. Gleichzeitig steigt der Wettbewerb zwischen Automobilherstellern mit teilweise nicht ausgelasteten Fabriken um die rückläufige Nachfrage nach Fahrzeugen. Deshalb dürften die Investitionen zur Markteinführung neuer insbesondere preiswerterer und verbrauchsärmerer Modelle mittelfristig in den westlichen Industrieregionen wieder anziehen. In den bric-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) nimmt die Nachfrage nach Fahrzeugen und damit auch nach roboterbasierter Automation in der Fertigung infolge verstärkter Exportaktivitäten weiter zu. Regionale Verschiebungen der Nachfrage aus den Industrieregionen in die Schwellenländer kann kuka auf Grund der weltweiten Präsenz sowohl im Robotergeschäft als auch im Anlagenbau ausgleichen.

In der General Industry, d. h. alle Branchen außerhalb der Automobilindustrie werden Rationalisierungsinvestitionen gerade in ertragsschwächeren Zeiten unverändert eine wichtige Rolle spielen. kuka Robotics ist hier gegenüber dem Gesamtmarkt in den vergangenen drei Jahren überproportional gewachsen. Die Hauptzuwächse wurden in den Segmenten Metallbe- und verarbeitung, Maschinen und Anlagen sowie Kunststoffe, Nahrungsmittel und Logistik erzielt. Weitere Zielmärkte sind neue Anwendungsbereiche für Montage- und Serviceroboter sowie die Medizintechnik. kuka Systems konzentriert sich auf verwandte Branchen, die sich in der Umstellung von manueller auf automatisierte Fertigung befinden. Dies sind vor allem die Solar- und die Luftfahrtindustrie. kuka ist in der General Industry mit flexiblen, robotergestützten Automationslösungen gut positioniert.

Ziel-ebit-Marge ohne Einmalbelastung erreicht.

Die kuka ag veröffentlichte am 19. März 2008 Zielzahlen für das Wachstum der Auftragseingänge 2008: im Geschäftsbereich Robotics 10 % und im Geschäftsbereich Systems 5 % (bereinigt um nicht operative Effekte). Im Zuge des Konjunkturabschwungs wurden die geplanten Zuwächse am 4. November 2008 im Konzern zusammengefasst und „auf Vorjahresniveau, bereinigt um nicht operative Effekte“ reduziert. Der tatsächliche, bereinigte Zuwachs des Auftragseingangs im Konzern betrug 0,1 %. Damit wurde der jüngste Zielwert für den Auftragseingang 2008 erreicht.

Der Zielwert 2008 für die ebit-Marge war im kuka Konzern 5,5 %. Tatsächlich erreicht wurde eine ebit-Marge von 4,1 % einschließlich einer Einmalbelastung aus der Stornierung eines größeren Anlageauftrags für einen nordamerikanischen Automobilzulieferer. Ohne diese Einmalbelastung erreichte die ebit-Marge 5,7 % und hätte damit den Zielwert 2008 (5,5 %) überschritten.

konzerninternes steuerungssystem

kuka Roboter in der Automobilproduktion.

Mit dem konzerninternen Steuerungssystem werden die Erfolgskennzahlen des Unternehmens transparent gemacht und damit systematisch gestärkt. Die finanziellen Zielgrößen der kuka ag messen Leistungen, die den Wert des Unternehmens beeinflussen.

Um die Umsatzrentabilität festzustellen, wird das Betriebsergebnis (ebit), d. h. das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern zu den Umsatzerlösen ins Verhältnis gesetzt; daraus ergibt sich die ebit-Marge. Um die Rentabilität des eingesetzten Kapitals zu ermitteln, wird das Betriebsergebnis (ebit) ins Verhältnis zum Capital Employed gesetzt; dies ergibt den roce (Return on Capital Employed). Betriebsergebnis (ebit) und roce werden für den Konzern und die Geschäftsbereiche Robotics und Systems ermittelt. Der Free Cashflow – also der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit und der Investitionstätigkeit – zeigt, ob die Investitionen aus dem Cashflow bestritten werden und wie viel Mittel für die Zahlung von Dividenden und für den Schuldendienst zur Verfügung stehen. Diese Kennzahl steht auf Konzernebene zur Verfügung. Die gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital (wacc)) betragen im Planungszeitraum 2008 – 2010 für die Geschäftsbereiche und den kuka Konzern 9 % nach Steuern.

Ein wichtiger Frühindikator für die Geschäftsentwicklung ist der Auftragseingang, der zeitnah nach Geschäftsfeldern und Regionen erfasst wird. Gleichzeitig ist der Auftragsbestand ein Indikator für die Auslastung der Kapazitäten in den kommenden Monaten des laufenden Geschäftsjahres.

Alle Kennziffern werden über das interne Berichtswesen kontinuierlich verfolgt und überprüft. Planabweichungen werden vom Management analysiert und ggf. Maßnahmen zur Erreichung der Zielgrößen vereinbart.