kui xu, cfo,
kuka flexible manufacturing system (shanghai/china)

»Im asiatischen Raum vertrauen immer mehr Kunden auf die hohe Qualität unserer Automationsprodukte und -anlagen. Die lokale Präsenz sowie unser global verfügbares Knowhow verschaffen uns echte Wettbewerbsvorteile.«

strategischer fokus general industry

Die Marke kuka steht für innovative Technologie in der robotergestützten Automation industrieller Produktionsprozesse. In der Automobilindustrie ist kuka seit vielen Jahren Technologieführer in ihren Märkten. Dieses Knowhow übertragen wir seit einigen Jahren sehr erfolgreich auf verwandte Märkte außerhalb der Automobilindustrie (General Industry). Angesichts der zunehmenden konjunkturellen Schwierigkeiten wird dieser Prozess nunmehr beschleunigt. In der General Industry ersetzt die robotergestützte Automation zunehmend manuelle oder weniger flexibel automatisierte Fertigungsprozesse. Dabei bietet das integrierte Geschäftsmodell von kuka mit der Kernkomponente des Industrieroboters und dem Anwendungsengineering unter einem Dach Alleinstellung und Synergiepotenzial. Ziel des neuen Management-Teams ist die systematische Erhöhung des Unternehmenswerts.

wachstumschancen in amerika und asien

In Europa ist kuka sowohl im Robotergeschäft als auch im Anlagenbau nicht nur Technologie- sondern auch Marktführer. Deshalb bieten die Industrieregionen Amerika und Asien gute Wachstumschancen insbesondere in der General Industry. Ausgangspunkt dieser regionalen Expansion sind die starken Marktpositionen von kuka Systems in Nordamerika und Brasilien sowie in China und Indien, den jeweils größten lokalen Märkten. Dabei dient der Bekanntheitsgrad der Marke kuka in der Automobilindustrie als „Türöffner“ für die General Industry. Dies gilt sowohl für Robotics als auch für Systems.

Hauptzielmärkte des Geschäftsbereichs Robotics in Amerika und Asien sind die Kunststoff- und Nahrungsmittelindustrie, die Metallbe- und verarbeitung sowie die Logistik. Besonders erfolgreich war der Geschäftsbereich Robotics 2008 im Ausbau des General Industry-Geschäfts mit einem zweistelligen Zuwachs bei den Auftragseingängen in Höhe von 24,4 % gegenüber Vorjahr.

Querlötstation mit Solarmodulen.

referenzanlagen für die luftfahrt- und solarindustrie

In der Luftfahrtindustrie ist Systems dabei, sich als strategischer Lieferant bei Airbus, Boeing und dem drittgrößten Flugzeugherstellermarkt Brasilien (Embraer) insbesondere mit der anstehenden Einführung des neuen Kohlefaserverbundwerkstoffs (cfk) zu etablieren. Einen Referenzauftrag für die Lieferung eines kooperierenden Robotersystems zur Montage von cfk-Teilen bei dem neuen „Dreamliner 787“ von Boeing konnte bereits gewonnen werden. Auch an die nordamerikanische Solarindustrie (Evergreen Solar) hat Systems 2008 mehrere roboterbasierte Anlagen zur Herstellung von Fotovoltaikmodulen geliefert. Diese Solaraktivitäten werden in den kommenden Jahren weiter ausgebaut und das Anlagenportfolio um die Produkte Wafer und Zelllinien erweitert. Der Geschäftsbereich Systems ist außerdem Marktführer im automobilen Karosseriebau und betreibt in Toledo / Ohio eine Karosseriebauanlage für den Jeep Wrangler. Dieses in Nordamerika einzigartige Betreibermodell hat sich zu einem Showroom auch für Fachbesucher aus der General Industry entwickelt.

chancen des weltweiten wandels in der automobilindustrie nutzen

Die weltweite Automobilindustrie steht vor einem Strukturwandel. In den entwickelten Industrieregionen Nordamerika und Europa sind die Absatzzahlen vor allem bei ps-starken und großvolumigen Fahrzeugen im Zuge der wirtschaftlichen Rezession 2008 erstmalig deutlich zurückgegangen. Gleichzeitig werden notwendig werdende Liquiditätshilfen insbesondere der us-amerikanischen Regierung an ihre Automobilbauer mit der beschleunigten Markteinführung von verbrauchsärmeren und umweltfreundlicheren Motoren und Fahrzeugen verbunden. Deshalb dürfte sich die aktuelle Zurückhaltung der großen Automobilhersteller bei Investitionen in neue Modelle und Produktionsanlagen mittelfristig wieder auflösen. Jeder Modellwechsel führt auch zu einer Überarbeitung der Karosserie eines Fahrzeugs. Der normale Produktlebenszyklus, bei dem die Absatzchancen eines älteren Modells kontinuierlich sinken, unterstützt diese Entwicklung.

Parallel hierzu findet eine Verlagerung der Automobilproduktion aus den entwickelten Industrieregionen Europa und Nordamerika in Schwellenländer, insbesondere in die so genannten bric-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) statt. Hier steht die Motorisierung erst am Anfang ihrer Entwicklung. Daher dürfte sich die Nachfrage nach Fahrzeugen in diesen Ländern, wie auch die Investitionen der internationalen Automobilhersteller in Produktionskapazitäten in diesen Ländern deutlich stabiler entwickeln als der Weltmarkt. Außerdem profitieren lokale Hersteller infolge ihrer Lohnkostenvorteile von diesem Trend – verstärkt um zunehmende Exporte preiswerter Fahrzeuge in die entwickelten Industrieregionen. Auf Grund der hohen Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen ist der Export von Fahrzeugen aus den bric-Staaten nach Europa und Nordamerika jedoch ohne roboterbasierte Fertigungseinrichtungen nicht erfolgreich.

globale präsenz kann marktschwankungen ausgleichen

kuka verfügt über langjährige, erfolgreiche Geschäftsbeziehungen mit allen europäischen und nordamerikanischen Herstellern. In den bric-Staaten (außer Indien) ist kuka darüber hinaus seit knapp 20 Jahren ein etablierter Geschäftspartner mit starken Marktpositionen. In Indien konnte diese Lücke in den vergangenen zwei Jahren mit größeren Aufträgen von tata und einigen weiteren nationalen Herstellern sowie von vw in Pune geschlossen werden. Auf Grund dieser breiten globalen Präsenz kann kuka konjunkturelle Schwankungen von Investitionen der Automobilhersteller in den entwickelten Industrieregionen Europa und Nordamerika sowie strukturelle Verschiebungen von Investitionen in Schwellenländer ausgleichen.

integriertes geschäftsmodell schafft synergien

Die Absicherung des Kerngeschäfts in der Automobilindustrie und der beschleunigte Ausbau des General Industry-Geschäfts insbesondere in den Wachstumsmärkten Amerikas und Asiens wird von einer intensiveren Zusammenarbeit der Geschäftsbereiche Robotics und Systems im Rahmen des integrierten kuka-Geschäftsmodells begleitet.

Das Unternehmen wird seit dem 1. Januar 2009 von einem zweiköpfigen Vorstand der kuka ag und zwei Bereichsvorständen geführt, die als Vorsitzende der Geschäftsleitung kuka Roboter GmbH bzw. kuka Systems GmbH das operative Geschäft verantworten. Dabei legt der Vorstand der kuka ag die Strategie in den in- und ausländischen Märkten fest und ist für die operative Gesamtsteuerung des Unternehmens sowie konzernübergreifende Themen zuständig. kuka Roboter GmbH und kuka Systems GmbH sind die Führungsgesellschaften der Geschäftsbereiche Robotics bzw. Systems. Landesgesellschaften in 25 Ländern unterstützen die Geschäftsbereiche weltweit im Vertrieb ihrer Produkte sowie Dienstleistungen und realisieren Montage- und Serviceleistungen vor Ort.

Das integrierte Geschäftsmodell von kuka zielt in drei Richtungen: Marktseitig soll eine engere Zusammenarbeit der Großkundenbetreuer aus den Geschäftsbereichen Robotics und Systems zu mehr Synergien im Vertrieb mit der Automobilindustrie führen. In der Forschung und Entwicklung wird die Anzahl der Projekte kontinuierlich erhöht, die gemeinsam im Innovation Center zur Marktreife gebracht werden. Darüber hinaus werden die Geschäftsbereiche von zentralen Funktionen wie Rechnungswesen, Gehaltsabrechnung, Informationstechnologie, Marketing und Recht entlastet, die in Shared Service-Centern der kuka ag in Augsburg gebündelt werden. Alle Maßnahmen haben das Ziel, Synergien aus einer engeren Zusammenarbeit innerhalb des kuka Konzerns zu heben, einheitliche Abläufe zu schaffen und die Geschäftsbereiche angesichts des schwieriger werdenden konjunkturellen Umfelds über die Konzentration auf Kernkompetenzen zu stärken.

integriertes kuka geschäftsmodell