wirtschaftliches umfeld

internationale finanzmarktkrise verschärft konjunkturabschwung

Das wirtschaftliche Umfeld trübte sich im Jahresverlauf 2008 zunehmend ein. Dabei beschleunigte ein drastischer Anstieg der Rohölpreise und die aufkommende Inflation im ersten Halbjahr den einsetzenden Konjunkturabschwung. Im zweiten Halbjahr verschärfte die internationale Finanzmarktkrise die rückläufige Entwicklung der Weltwirtschaft. Daraufhin legten alle großen Industrienationen umfangreiche Konjukturprogramme auf, um den Nachfragerückgang in ihren Volkswirtschaften abzumildern. Insgesamt dürfte sich nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds das weltweite Bruttoinlandsprodukt von 3,5 % (2007) auf rund 2 % (2008) reduziert haben – der geringste Zuwachs der Weltwirtschaft seit 20 Jahren.

Deutlicher Rückgang des Bruttoinlandsprodukts.

In den usa dämpfte vor allem die hohe Verschuldung der privaten Haushalte die Wirtschaftsentwicklung. Dadurch verminderte sich das us-amerikanische Bruttoinlandsprodukt von 2 % im Vorjahr auf 1,3 % im Berichtsjahr (Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 30. Januar 2009). In der Eurozone dürfte der Rückgang noch ausgeprägter ausgefallen sein: von 2,6 % (2007) auf 0,9 % (2008) (Quelle: db Research Wirtschaftsausblick 2009).

Stabilisierende Einflüsse gingen hingegen von den asiatischen Nationen China und Indien aus. China erreichte einen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts von 9,6 % (2007: 11,9 %); Indien verzeichnete eine Steigerung um 7,7 % (Vorjahr: 9 %). Auch die Wirtschaftsleistung in den Staaten Osteuropas wuchs erneut um 4,6 % (Vorjahr: 5,6 %) (Quelle: Westlb Research bip-Wachstumsprognose).

In Deutschland halbierte sich der Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts von 2,5 % (2007) auf 1,3 % (2008). Dabei ist das wesentliche Wachstum vor allem dem starken ersten Quartal zu verdanken, während das vierte Quartal bereits um 2,1 % zurückging (Quelle: Statistisches Bundesamt 2 / 2009).

auftragseingänge kuka konzern nach regionen

(Anteile in %)



maschinen- und anlagenbau mit rückläufigen auftragseingängen

Maschinen- und Anlagenbau noch mit Produktionsplus.

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau konnte – nach dem hervorragenden Geschäftsjahr 2007 – die Produktion nochmals um 5 % gegenüber dem Vorjahr erhöhen. Allerdings sind die Auftragseingänge als Indikator für die zukünftige Beschäftigungslage der Unternehmen in 2008 bereits insgesamt um 7 % gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Das vierte Quartal war nach Angaben des Verbands vdma mit einem Minus von 29 % gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum das schwächste Quartal seit 1958. Dieser Rückgang resultiert gleichermaßen aus dem Inlands- und Auslandsgeschäft.

automobilmärkte weltweit eingebrochen

Im Zuge des konjunkturellen Abschwungs und der verschärften Kreditbedingungen standen insbesondere die Automobilmärkte der entwickelten Industrieregionen stark unter Druck. In den usa sank der Absatz von pkw und leichten lkw 2008 gegenüber dem Vorjahr insgesamt um 18,0 % auf 13,2 mio. Fahrzeuge (Quelle: Handelsblatt vom 8. Januar 2009). Dies ist der niedrigste Wert seit 16 Jahren. Auch in Europa sind die pkw-Neuzulassungen auf den tiefsten Stand seit 15 Jahren gefallen. Insgesamt betrug der Rückgang hier gegenüber dem Vorjahr knapp 8 % auf 14,7 mio. Einheiten. Deutschland und die neuen eu-Staaten Mittel- und Osteuropas verzeichneten dabei mit – 2 % bzw. – 1 % lediglich leichte Einbußen. Auch in Japan ging der Absatz von pkw um 6,5 % auf 3,2 mio. Fahrzeuge zurück. Einschließlich einer weiter zunehmenden Nachfrage in den bric-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China sowie der übrigen Entwicklungsländer ging der pkw-Absatz 2008 weltweit um 8 % auf 56 mio. Einheiten zurück.

nachfrage nach robotern weiter leicht angestiegen

Die Nachfrage nach Industrierobotern ist 2008 weltweit weiter leicht angestiegen. Die International Federation of Robotics (ifr) schätzte einen Zuwachs verkaufter Roboter im Gesamtjahr von 1 % bis 2 % (in Stückzahlen) gegenüber dem Vorjahr; dabei fiel der Anstieg im ersten Halbjahr mit 8 % besonders deutlich aus. Die Anzahl verkaufter Roboter betrug 2008 insgesamt 116.000 (Vorjahr: 114.300) Einheiten. Dabei legte Europa mit 8 % überdurchschnittlich zu, während sich Asien mit 2 % Zuwachs im Marktdurchschnitt bewegte und Amerika nach einem starken Vorjahr um 15 % einbrach. Die Nachfrage nach Knickarmrobotern entwickelte sich mit einem Zuwachs um 6 % im Vergleich zu anderen Robotertypen weiterhin überdurchschnittlich positiv.

absatz roboter weltweit

(in Tsd. Stück)



Quelle: International Federation of Robotics (ifr)