
Dr. Till Reuter, vorsitzender des vorstands
Dr. Till Reuter (41) ist seit dem 1. Oktober 2009 Vorsitzender des Vorstands der kuka Aktiengesellschaft. Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Schweizer Universität St. Gallen, der Rechtswissenschaften an der Universität Konstanz und der Promotion in St. Gallen arbeitete er zunächst als Wirtschaftsjurist in New York / usa, und São Paulo / Brasilien (1995 – 1997). Anschließend wechselte Dr. Reuter zur renommierten Anwaltskanzlei Shearman & Sterling in Frankfurt und Düsseldorf (1997 – 1999). Seit 1999 arbeitete er als Investmentbanker für Morgan Stanley, die Deutsche Bank und Lehman Brothers bis zur Gründung seines eigenen Unternehmens. Seit 2008 ist Dr. Reuter Vorsitzender des Verwaltungsrats der Beteiligungsgesellschaft Rinvest ag in Pfäffikon / Schweiz.

2009 war für KUKA ein Jahr großer Veränderungen. Die Wirtschaftskrise verlangte außergewöhnliche Maßnahmen, sie erforderte vor allem einen Schulterschluss aller Verantwortlichen eines Unternehmens. Vorstand, Aufsichtsrat und Arbeitnehmervertreter von kuka ziehen wieder an einem Strang. KUKA hat heute einen stabilen und langfristig orientierten Aktionärskreis, was es in diesem Unternehmen seit 30 Jahren nicht mehr gegeben hat.
Die erfolgreiche Kapitalerhöhung schon fünf Wochen nach Amtsübernahme des neuen Vorstands im November 2009 war damit ein deutliches Zeichen des Vertrauens der Finanzmärkte in die Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens. Zwischenzeitlich konnten wir auch die Finanzierung mit den Banken verlängern. Gleichfalls im Herbst vergangenen Jahres setzten wir eine schlankere Führungsstruktur in den operativen Geschäftsbereichen um. Schließlich haben wir begonnen, den neuen Bereich „Advanced Robotics“ zu installieren. Damit hat der Vorstand die Basis für die Zukunft von KUKA innerhalb von nur sechs Monaten gelegt.
Im abgeschlossenen Geschäftsjahr hat KUKA dank seiner motivierten Mitarbeiter vergleichsweise gut abgeschnitten, besser als viele andere deutsche Maschinen- und Anlagenbauer sowie unsere japanischen Wettbewerber im Robotersegment:
- mit einem Rückgang des Auftragseingangs und des Umsatzes um jeweils knapp 30 % gegenüber dem Vorjahr,
- einem Auftragsbestand, der unverändert fünf Monate Beschäftigung bedeutet,
- einem operativen Ergebnis, das innerhalb der angepassten Zielgröße geblieben und
- einer Verschuldung, die stabil auf niedrigem Niveau verblieben ist.
Wir haben die notwendige Anpassung der betrieblichen Kapazitäten an die wesentlich geringere Nachfrage genutzt, um unsere internen Prozesse und Betriebsabläufe zu durchleuchten. Durch konsequentes Reduzieren fixer Kostenelemente ist es gelungen, die Gewinnschwelle im Unternehmen deutlich zu senken. So wird Sparen zur Investition in höhere Ergebnisse, wenn die Konjunktur wieder anzieht. Insgesamt konnten so im abgelaufenen Geschäftsjahr über 70 mio. € eingespart werden, mehr als die Hälfte davon wiederkehrend.
Krisenbewältigung kann aber nur mit motivierten Mitarbeitern erfolgreich sein; denn gerade sie sind in dieser Phase besonders gefordert. Deshalb setzen wir auf sozialverträgliche Kapazitätsanpassungen wie Kurzarbeit, Gehaltsverzicht und freiwillige Abfindungsvereinbarungen. Auf betriebsbedingte Kündigungen konnte so weitestgehend verzichtet werden. Die Notwendigkeit, weiter Kosten zu senken, ist damit aber keineswegs beendet. Unser Kostensenkungsprogramm wird 2010 intensiviert.
Im laufenden Geschäftsjahr steht unser zukünftiges Produktportfolio im Mittelpunkt. Die Automobilindustrie mit ihren hohen technischen Anforderungen ist das Kerngeschäft von KUKA und wird auch in Zukunft einen wichtigen Teil unseres Geschäfts ausmachen. Klar ist aber auch, dass wir unser Knowhow, das wir als Technologieführer in der Robotics und im roboterbasierten Anlagenbau erworben haben, verstärkt zum Ausbau unserer Marktpositionen in verwandten Branchen (General Industry) außerhalb der Automobilindustrie einsetzen werden. Schon heute erhalten wir mehr als die Hälfte aller Aufträge im Robotergeschäft aus den unterschiedlichsten Branchen der General Industry: von der Nahrungsmittelindustrie und dem Maschinenbau bis hin zur Unterhaltungsindustrie und der Medizintechnik. Gerade bei letzterer sehen wir noch erhebliches Marktpotenzial. Deshalb planen wir einen Teil unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in dem neuen Bereich „Advanced Robotics“ zu bündeln, um hier schneller mit neuen Produkten und Anwendungen in etablierte und neue Märkte gehen zu können.
Auch KUKA Systems hat sich in verschiedenen Märkten der General Industry bereits ein zweites Standbein neben der Automobilindustrie geschaffen. Als weltweite Nr. 1 im Karosseriebau verfügt KUKA über ein hoch entwickeltes Prozess-Knowhow in der robotergestützten Automation von Produktionslösungen. Branchen wie der Flugzeug- und der Schienenfahrzeugbau, die Solar- oder die Landmaschinenindustrie haben dieses Produktivitätspotenzial erkannt und nutzen es zunehmend. Es ist unser Ziel, KUKA zu einem Technologieunternehmen zu entwickeln, welches Roboter und roboterbasierte Anlagen weltweit für eine breite Palette von Anwendungen in der General Industry liefert.
Um dieses Ziel zu erreichen, investieren wir kontinuierlich in neue Produkte und Anwendungen. Deshalb sind unsere Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen auch im Geschäftsjahr 2009 weiter erhöht worden. Ein für uns sehr wichtiges Ergebnis können Sie schon in wenigen Wochen auf der weltgrößten Robotermesse automatica im Juni in München bestaunen: die neue Generation von KUKA Industrierobotern.
Ein wegweisender Meilenstein in der Robotik ist der sensitive Leichtbauroboter, der völlig neue Anwendungsgebiete bei der Unterstützung des arbeitenden Menschen in der Werkstatt oder bei Dienstleistungen am Menschen eröffnet. Diesen „fühlenden“ Roboter haben wir zusammen mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt entwickelt; er wird von uns zur Serienreife gebracht. Den Probebetrieb in der automobilen Serienfertigung hat der KUKA Leichtbauroboter bei der Herstellung von mehr als 15.000 Hinterachsgetrieben bereits erfolgreich absolviert.
2009 war für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von KUKA mit seinen großen Veränderungen auf allen Ebenen ein außergewöhnlich herausforderndes Jahr. Doch das bisher Erreichte kann sich sehen lassen. Dafür möchte ich mich – auch im Namen des gesamten Vorstands – sehr herzlich bedanken. Mein Dank gilt außerdem unseren Geschäftspartnern und Aktionären, deren Vertrauen wir erhalten haben und weiterhin benötigen. Dieses Vertrauen auch in Zukunft zu rechtfertigen, daran arbeiten wir hart.
Ihr
Dr. Till Reuter
Vorsitzender des Vorstands

dr. walter bickelMitglied des Vorstands,
Chief Operating Officer (COO)
Dr. Walter Bickel (50) ist seit dem 17. November 2009 Mitglied des Vorstands der kuka Aktiengesellschaft und Chief Operating Officer (coo). Dr. Bickel schloss sein Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Köln als Diplom-Kaufmann ab und promovierte 1988 zum Dr. rer. pol. Anschließend arbeitete er als Unternehmensberater für die Westdeutsche Consulting GmbH und als Geschäftsführer für die Deutsche Gesellschaft für Mittelstandsberatung mbH. Von 1999 – 2008 war er Geschäftsführer der internationalen Unternehmensberatung Droege & Comp. und seit 2008 ist er Geschäftsführer der Alvarez & Marsal Deutschland GmbH.
stephan schulakmitglied des vorstands,
finanzen und controlling
Stephan Schulak (41) ist seit dem 1. Oktober 2009 Mitglied des Vorstands der kuka Aktiengesellschaft und zuständig für Finanzen und Controlling; zuvor war er seit 2008 kaufmännischer Geschäftsführer der kuka Roboter GmbH. Nach einer Lehre zum Industriekaufmann schloss Stephan Schulak 1997 ein Fachhochschulstudium als Dipl.-Betriebswirt ab. Anschließend arbeitete er für die Wacker Chemie ag, München, und die Air Products Polymers GmbH & Co. kg, München, in verschiedenen kaufmännischen Funktionen. Von 2000 – 2007 war Stephan Schulak für die süss Micro Tec ag, Garching, zunächst als Beteiligungscontroller und seit 2002 als Finanzvorstand tätig. Von 2007 – 2008 war er Finanzvorstand der fjh ag, München.
