dipl. ing. cassiano fabris,
projektleiter industrial solutions, kuka systems

»Wir tragen dazu bei, dass Landmaschinenfahrzeuge noch effizienter produziert werden können. Und das bei stetig steigenden Qualitätsanforderungen. Diesem Anspruch stellen wir uns weltweit, um unseren Kunden klare Wettbewerbsvor­teile am Markt zu verschaffen.«

geschäft und rahmenbedingungen

kuka konzentriert sich auf die robotergestützte Automation von Produktionsprozessen und ist der Branche Maschinen- und Anlagenbau zuzuordnen. Die kuka ag ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft und gehört mit einer Marktkapitalisierung von rund 300 mio. € seit dem 21. September 2009 zum Index kleinerer Börsenwerte (sdax) in Deutschland.

Das Geschäftsmodell der kuka ag basiert auf dem Bau von Industrierobotern im Geschäftsbereich Robotics und dem Anwendungsengineering im Geschäftsbereich Systems. Landesgesellschaften in 24 Ländern unterstützen die Geschäftsbereiche weltweit im Vertrieb ihrer Produkte und Dienstleistungen und realisieren Montage- und Serviceleistungen vor Ort.

Der Geschäftsbereich Robotics ist Innovations- und Technologieführer.

Die kuka ag und ihre Führungsgesellschaften kuka Roboter GmbH und kuka Systems GmbH haben ihren Sitz in Augsburg. Damit ist eine enge Zusammenarbeit aller Konzernteile gewährleistet. Weitere europäische Landesgesellschaften befinden sich u. a. in Großbritannien, Belgien, Frankreich, Spanien, Italien und Schweden sowie in Tschechien und der Slowakei, Ungarn und Russland. Ein anderer Schwerpunkt der Geschäftsaktivitäten ist Nord- und Südamerika mit Gesellschaften im Großraum Detroit / usa, Mexiko und Brasilien. In Asien ist kuka in Indien, Malaysia, Vietnam, Südkorea, Taiwan, Japan und China vertreten.

kuka robotics

Der Geschäftsbereich Robotics liefert die Kernkomponente Roboter zur Automation von Produktionsprozessen. kuka Robotics entwickelt, produziert und vertreibt Industrieroboter, die in nahezu allen industriellen Branchen zum Einsatz kommen. Das Produktprogramm des Geschäftsbereichs umfasst modular aufgebaute Grundtypen mit einer Vielzahl mechanischer und elektrischer Zuführungsvarianten. Die Entwicklung und Konstruktion neuer Roboter und Anwendungen erfolgt zentral in Augsburg. Die Absatzmärkte von kuka Robotics teilen sich in die Teilbereiche Automobilindustrie, General Industry und Service auf. Der Vertrieb an die Automobilindustrie erfolgt durch Großkundenbetreuer. In der General Industry nehmen branchenspezifische Systempartner Vertrieb und Service von kuka Robotern wahr.

kuka robotics – wettbewerbsposition automotive

kuka robotics – wettbewerbsposition general industry



Quelle: kuka und Marktinformationen

Der Geschäftsbereich Robotics ist Innovations- und Technologieführer. In der Automobilindustrie ist kuka Marktführer mit einem Marktanteil von 20 – 25 %. In der General Industry hält kuka einen Marktanteil von 10 – 15 %.

kuka systems

kuka Systems ist Markt- und Technologieführer.

Der Geschäftsbereich Systems erbringt das Anwendungsengineering in der Automation von Produktionsprozessen. Als Generalunternehmer plant und realisiert kuka Systems komplette Anlagen und setzt neben seinem anwendungsorientierten Roboter-Knowhow zahlreiche weitere Umform- und Fügeverfahren ein. Der Geschäftsbereich Systems arbeitet mit regionalen Kompetenzzentren zur Realisierung von Anlagenprojekten: Augsburg für Deutschland und Europa, im Großraum Detroit für Nordamerika und Shanghai für den wachsenden chinesischen Markt.

In der Automobilindustrie konzentriert sich kuka Systems auf flexible Anlagen zum Bau von Fahrzeugkarosserien, auf denen mehrere Modelle oder Varianten eines Modells hergestellt werden können. In Toledo / usa wird der Karosseriebau des Jeep Wrangler als Pay-on-Production-Modell betrieben. Weitere Geschäftsfelder sind der Presswerkzeugbau sowie automatisierte Montagelinien und Prüfstände für Motor- und Getriebeteile, die an den Standorten Schwarzenberg / Erzgebirge und in der Slowakei sowie in Bremen und im Großraum Detroit / usa angesiedelt sind.

kuka systems – wettbewerbsposition



Quelle: kuka und Marktinformationen


Framing – Das Herzstück jeder Karosseriebauanlage.

kuka Systems ist mit einem Marktanteil von knapp 20 % in den von der Automobilindustrie frei vergebenen Aufträgen Markt- und Technologieführer. In der General Industry expandiert der Geschäftsbereich in zunehmendem Maße in technisch vergleichbare Branchen und bietet robotergestützte Automatisierungslösungen u. a. für den Flugzeug- und Schienenfahrzeugbau sowie die Solar- und Landmaschinenindustrie an.

konzerninternes steuerungssystem

Mit dem konzerninternen Steuerungssystem werden die Erfolgskennzahlen des Unternehmens transparent gemacht und damit systematisch gestärkt. Die finanziellen Zielgrößen der kuka ag messen Leistungen, die den Wert des Unternehmens beeinflussen.

Um die Umsatzrentabilität festzustellen, wird das Betriebsergebnis (ebit), d. h. das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern, zu den Umsatzerlösen ins Verhältnis gesetzt; daraus ergibt sich die ebit-Marge. Um die Rentabilität des eingesetzten Kapitals (Capital Employed) zu ermitteln, wird das Betriebsergebnis (ebit) ins Verhältnis zum durchschnittlichen Capital Employed gesetzt; dies ergibt den roce (Return on Capital Employed). Betriebsergebnis (ebit) und roce werden für den Konzern und die Geschäftsbereiche Robotics und Systems ermittelt. Der Free Cashflow – also der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit und der Investitionstätigkeit – zeigt, ob die Investitionen aus dem Cashflow bestritten werden und wie viel Mittel ggf. für die Zahlung von Dividenden und für den Schuldendienst zur Verfügung stehen. Diese Kennzahl steht auf Konzernebene zur Verfügung.

Ein wichtiger Frühindikator für die Geschäftsentwicklung ist der Auftragseingang, der zeitnah nach Geschäftsfeldern und Regionen erfasst wird. Gleichzeitig ist der Auftragsbestand ein Indikator für die Auslastung der Kapazitäten in den kommenden Monaten.

Alle Kennziffern werden über das interne Berichtswesen kontinuierlich verfolgt und überprüft. Planabweichungen werden vom Management analysiert und ggf. Maßnahmen zur Erreichung der Zielgrößen vereinbart.

nichtfinanzielle leistungsindikatoren

Die Qualifikationsstruktur einer Belegschaft ist ein wichtiger Leistungsindikator. Im kuka Konzern haben rund 20 % der Mitarbeiter einen Universitäts- oder Fachhochschulabschluss; 72 % verfügen über eine kaufmännische oder technische Ausbildung. Damit haben über 90 % der Belegschaft eine qualifizierte Ausbildung – Grundlage des breit angelegten technologischen Knowhows im Unternehmen.

Darüber hinaus leisten kuka Produkte und Anlagen einen Beitrag zur nachhaltigen Reduzierung des Materialeinsatzes und Energieverbrauchs in der industriellen Produktion. Ein wichtiges Instrument hierbei ist die Darstellung der erwarteten Betriebskosten einer Anlage oder eines Roboters über die Dauer ihrer Nutzung (Lebenszykluskosten). Der Betreiber erhält damit die Möglichkeit, die Anschaffung und den Betrieb einer Anlage bzw. eines Roboters nachhaltig zu gestalten. kuka Systems und kuka Robotics unterstützen ihre Kunden seit vielen Jahren dem Grundsatz folgend: Transparenz hilft die Umwelt zu schonen und kann Kosten senken.

Auch intern strebt kuka eine Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes über die Einhaltung behördlicher Vorschriften hinaus an. Wesentliche Ziele des kuka Umweltmanagements lauten

  • eine umweltgerechte Konstruktion der Produkte und Anlagen,
  • ein optimierter Umgang mit den Ressourcen Energie und Wasser,
  • eine Verringerung des Abfallaufkommens und eine Erhöhung der Wertstoffquote sowie
  • eine Optimierung der Arbeits- und Umweltbedingungen in der Fertigung.

Die Arbeitsunfallquote lag im Geschäftsjahr 2009 mit 11 meldepflichtigen Unfällen pro 1.000 Mitarbeiter von kuka in Deutschland und den Betriebsstätten in Ungarn – wie in den Vorjahren – deutlich unter der Hälfte des Branchendurchschnitts (Berufsgenossenschaften: 35 Unfälle je 1.000 Mitarbeiter).

guidance 2009

Revidierte Guidance 2009 eingehalten.

Die kuka ag veröffentlichte zusammen mit den Halbjahreszahlen folgenden Ausblick: Für das Gesamtjahr 2009 wurde zunächst ein ausgeglichenes Betriebsergebnis (ebit) und ein ausgeglichener Free Cashflow vor außerordentlichen Restrukturierungsaufwendungen erwartet. Unter Berücksichtigung der außerordentlichen Restrukturierungsaufwendungen wurde jedoch ein deutlich negatives Betriebsergebnis (ebit) erwartet. Angesichts der negativen Geschäftsentwicklung im zweiten Halbjahr wurden diese Aussagen mit der Veröffentlichung der 9-Monatszahlen angepasst. Demnach sollte das Betriebsergebnis des kuka Konzerns für das Gesamtjahr 2009 zwischen – 10 und – 15 mio. € vor Sonderaufwendungen liegen. Das tatsächliche Betriebsergebnis (ebit) des kuka Konzerns erreichte im Geschäftsjahr 2009 – 14,3 mio. €. Die Sonderaufwendungen sollten je nach Restrukturierungsbedarf mindestens 25 mio. € betragen. Die tatsächlichen Restrukturierungskosten beliefen sich auf 38,6 mio. €. Der Free Cashflow sollte – 40 bis – 50 mio. € betragen. Der tatsächliche Free Cashflow lag begünstigt u. a. durch Kundenanzahlungen zum Jahresende 2009 bei – 22,2 mio. €. Insgesamt gesehen hat kuka damit die revidierte Guidance 2009 eingehalten.