kuka robotics

Als Innovations- und Technologieführer im Bereich Industrieroboter konnte kuka Robotics in 2009 erneut Marktanteile gewinnen und dadurch seine marktführende Position in etlichen Branchen ausbauen. Trotz der breiten Diversifikation der Absatzmärkte gingen die geschäftlichen Kennzahlen des Geschäftsbereichs infolge der Wirtschaftskrise gegenüber dem Vorjahr deutlich zurück. Mit der Markteinführung einer neuen Generation von Industrierobotern und dem Piloteinsatz von „fühlenden“ Robotern baut der Geschäftsbereich seine Marktposition weiter aus.
hightech-roboter – universal einsetzbar
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Die Kernkompetenz von kuka Robotics liegt in der Entwicklung, Herstellung, dem Vertrieb und Service von anwendungs- und branchenübergreifend, universal einsetzbaren Industrierobotern sowie Lineareinheiten, Positionierer und mobile Plattformen. Die Produktpalette reicht von Robotern mit einer Traglast von 5 bis neuerdings 1.300 kg. Hochflexible kuka Roboter arbeiten in der Automobilindustrie und mehr als 20 Branchen der General Industry – in allen Märkten außerhalb der Automobilindustrie. kuka Robotics verfügt hier über ein internationales Netz von Systempartnern, die branchenspezifische Fertigungsanlagen mit kuka Robotern anbieten. Gemeinsam expandiert man kontinuierlich in neue Anwendungen und Märkte.
Das Produktprogramm ist modular aufgebaut; damit ist kuka Robotics in der Lage, trotz Serienproduktion maßgeschneidert Kundenwünsche zu erfüllen. 2009 wurde das Angebot um sechs neue Roboter erweitert. Der kr 16 arc hw (Hohlwellenkonstruktion) eignet sich besonders für das Schweißen größerer Bauteile z. B. Dickblechanwendungen; der kr 16 L8 arc hw verfügt über eine große Reichweite von bis zu 2.015 mm. Ferner wurde die Traglast des Schwerlastroboters kr Titan um 300 kg auf 1.300 kg erhöht. Diese Version des stärksten weltweit vorhandenen Industrieroboters ist für Palletieraufgaben einsetzbar. Gleichzeitig wurden auf der ligna 2009, der internationalen Leitmesse für die Forst- und Holzwirtschaft, die neuen Palletierroboter kr 300 pa, 470 pa und 700 pa vorgestellt. Damit verfügt kuka Robotics zwischenzeitlich über das breiteste Angebot von Palletierrobotern weltweit; diese werden vor allem in der Intralogistik z. B. der Lebensmittel-, Holz-, Baustoff-, Metall- oder Elektronikindustrie eingesetzt.

Der neue Schweißroboter KR 16 arc HW.
Weltweiter Absatzeinbruch
Im Zuge der Wirtschaftskrise ist die Nachfrage nach Industrierobotern weltweit eingebrochen. Diese negative Entwicklung hatte bereits im vierten Quartal 2008 eingesetzt. Die International Federation of Robotics (ifr) ermittelte 2009 einen Rückgang verkaufter Roboter (in Stückzahlen) gegenüber dem Vorjahr um 50 %. Von dieser Entwicklung war besonders die Automobilindustrie betroffen. Diese Branche litt unter massiven Absatzeinbrüchen und reduzierte daraufhin ihre Investitionen in neue Fertigungsanlagen und Industrieroboter.
Deshalb nehmen Überlegungen zu Lebenszykluskosten in dieser Kundengruppe einen immer breiteren Raum ein. Für eine Investitionsentscheidung sind nicht nur die Anschaffungskosten, sondern auch die Folgekosten des Betriebs entscheidend. Lebenszykluskosten erhöhen die Wettbewerbsfähigkeit der wartungsarmen und umrüstbaren kuka Roboter vor allem im Einsatz über mehrere Nutzungsperioden. Insgesamt gingen die Auftragseingänge des Geschäftsbereichs aus der Automobilindustrie 2009 um 38,1 % auf 104,9 mio. € gegenüber dem Vorjahr zurück. Die neue Generation von Industrierobotern, die Ende des laufenden Geschäftsjahres auf den Markt kommt, soll die führende Marktposition von kuka Robotics im Geschäft mit der Automobilindustrie festigen.
Flexible Kapazitäten sicherten nahezu ausgeglichenes operatives Ergebnis
Das Geschäft von kuka Robotics entwickelte sich besser als der Gesamtmarkt.
Insgesamt gingen die Auftragseingänge und Umsatzerlöse des Geschäftsbereichs Robotics im Geschäftsjahr 2009 mit – 30,2 % bzw. – 30,3 % auf Grund der wirtschaftskrisenbedingt schwachen Nachfrage nach Investitionsgütern gegenüber dem Vorjahr jeweils deutlich zurück. Gleichzeitig verringerte sich der Auftragsbestand per 31. Dezember von 100,2 mio. € (2008) um 6,3 % auf 93,9 mio. € (2009). Dennoch entwickelte sich das Geschäft von kuka Robotics infolge der starken technologischen Marktposition und der hohen Kundenorientierung besser als der Gesamtmarkt. Auf den Nachfrageeinbruch reagierte der Geschäftsbereich mit einer Anpassung seiner Kapazitäten. Als Instrumente kamen hier im Wesentlichen das im Vorjahr abgeschlossene flexible Arbeitszeitmodell, die Einführung von Kurzarbeit und der Abbau von Leiharbeitern zur Anwendung. Insgesamt konnte so ein lediglich leicht negatives Betriebsergebnis (ebit) in Höhe von – 1,9 mio. € vor Einmalaufwendungen erwirtschaftet werden. Insgesamt lag das Betriebsergebnis (ebit) im Geschäftsjahr 2009 bei – 11,5 mio. € (Vorjahr: 42,0 mio. €). Die Anzahl der Mitarbeiter ging dabei im Zuge von Kapazitätsanpassungen und Umgliederungen in Shared-Service Center der kuka ag um 11,1 % zurück. Demgegenüber wurden die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen auf unverändert hohem Niveau gehalten. Die f&e-Quote stieg infolge der rückläufigen Umsatzerlöse auf 10,1 %.
Neuordnung der Werksstruktur in Ungarn
Im Zuge der Verringerung der festen Produktionskosten wurden die vier Werksstandorte in Ungarn 2009 auf zwei reduziert. Die Serienfertigung von Schaltschränken konzentriert sich nunmehr in Füzesgyarmat an der rumänischen Grenze; Sonderanfertigungen erfolgen in Taksony nahe Budapest. Dadurch konnte das Lohnniveau und die Mietkosten der Werksgelände im Schaltschrankbau insgesamt erheblich gesenkt werden.
Neues Distributionscenter in China
In Shanghai ein neues Distributionscenter für Asien eröffnet.
Der Geschäftsbereich Robotics hat seine Wachstumsstrategie in den Schwellenländern Asiens, Lateinamerikas und Osteuropas trotz der schwierigen Geschäftslage fortgesetzt. Schwerpunkte des Ausbaus der Vertriebsaktivitäten waren die Volksrepublik China und Osteuropa. Im Januar 2009 wurde in Shanghai ein neues Distributionscenter für Asien eröffnet. Dadurch konnten in den unverändert wachsenden asiatischen Märkten die Lieferzeiten verkürzt und Anpassungsmöglichkeiten an die Markterfordernisse verbessert werden. Gleichzeitig wurde eine neue Betriebsstätte in Tschechien gegründet. Der Geschäftsbereich verfügt nunmehr in der Zielregion Osteuropa über Vertriebs- und Fertigungseinrichtungen in Ungarn, Tschechien, Polen und Russland. Eine weitere Vertriebsgesellschaft kam 2009 in Kanada hinzu. Damit ist kuka mit eigenen Niederlassungen in Ländern vertreten, die rund 95 % der weltweit installierten Industrieroboter ausmachen. Die übrigen Länder werden über Partner betreut.
kennzahlen kuka robotics
(in mio. €)
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2008 |
2009 |
Veränderung in % |
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Auftragseingänge |
464,4 |
324,3 |
– 30,2 |
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Umsatzerlöse |
474,4 |
330,5 |
– 30,3 |
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|
Betriebsergebnis (ebit) |
42,0 |
– 11,5 |
– |
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|
Betriebsergebnis (ebit) ohne Sonderaufwendungen |
42,0 |
– 1,9 |
– |
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|
% vom Umsatz |
8,9 |
– 3,5 |
– |
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|
% vom Capital Employed (roce) |
37,2 |
– 9,5 |
– |
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Capital Employed |
112,9 |
120,5 |
6,3 |
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|
Mitarbeiter (31. 12.) |
2.261 |
2.009 |
– 11,1 |
Service gewinnt an Bedeutung
Die Kundenorientierung von kuka Robotics zeigt sich auch in einem breit angelegten, internationalen Servicenetz. Weltweit stehen 500 Mitarbeiter in 25 Ländern den Kunden aus der General Industry und der Automobilindustrie zur Verfügung. Dabei umfasst das Geschäftsfeld Service nicht nur Training, Wartung, Reparatur und Ersatzteile von Robotern, sondern auch roboterbezogene Engineering-Dienstleistungen. Darüber hinaus profitiert kuka von dem Trend der Automobilindustrie, bestehende roboterautomatisierte Fertigungsanlagen umzubauen (Retooling). Insgesamt sind deshalb die Auftragseingänge im Servicebereich 2009 mit einem Minus von 23,2 % gegenüber Vorjahr auf 77,3 mio. € unterdurchschnittlich zurückgegangen.
Verhaltenes Geschäft mit der General Industry
Investitionszurückhaltung auch als Folge erschwerter Finanzierungsbedingungen kennzeichnete die Märkte der General Industry. kuka Robotics baute hier seine Marktstellung insbesondere in den konjunkturstabileren Märkten der Nahrungsmittelindustrie und der Medizintechnik weiter aus. Dennoch ging der Auftragseingang aus der General Industry 2009 insgesamt gegenüber dem Vorjahr um 26,9 % auf 142,1 mio. € (Vorjahr: 194,3 mio. €) zurück. Damit erhöhte sich der Anteil der Aufträge aus diesem Marktsegment am Gesamtauftragseingang des Geschäftsbereichs von 41,8 % (2008) um zwei Prozentpunkte auf 43,8 % (2009).
Pionierleistungen in der Medizintechnik
kuka Robotics liefert als weltweit erster Hersteller medizintaugliche Robotertechnik.
kuka Robotics liefert als weltweit erster Hersteller medizintaugliche Robotertechnik für die Röntgenbildgebung in der Angiographie. Dabei können die Blutgefäße des Menschen sichtbar gemacht werden. Durch die Kombination eines Röntgen-C-Bogens mit einem modifizierten kuka Roboter erhält der behandelnde Arzt völlig neue Möglichkeiten bei der Gewinnung von Röntgenbildern. Der Einsatz eines Roboters ermöglicht bei hoher Geschwindigkeit bislang unerreichte, flexible Aufnahmen. Somit können Bilder in computertomographieähnlicher Qualität erstellt werden. Robotergestützte Röntgensysteme werden deshalb zunehmend auch bei Operationen eingesetzt.

KUKA Roboter in der Medizintechnik.
Am 2. November 2009 eröffnete Baden-Württembergs damaliger Ministerpräsident Günther H. Oettinger ein neues Ionenstrahl-Therapiezentrum am Universitätsklinikum Heidelberg. Hier sollen jährlich bis zu 1.300 Patienten rund um die Uhr mit Ionenstrahlen behandelt werden. Das Therapiezentrum konzentriert sich auf die Behandlung von Kopf- und Augentumoren bei Erwachsenen sowie auf die Tumorbehandlung von Kindern. Hier werden modifizierte kuka Roboter zur Positionierung der Patienten und zur Röntgenbildgebung eingesetzt. Weitere Anlagen nach diesem Vorbild sind in Marburg und in Kiel im Bau.
vierdimensionales erlebnis im walt disney park
Ein anderes Beispiel in der General Industry ist der Einsatz des kuka RoboSim 4-D Simulator Fahrsystems auf dem Innoventions-Gelände des Walt Disney Resorts in Lake Buena Vista, Florida / usa. Dieses Fahrsystem verschafft dem Besucher ein vierdimensionales Erlebnis: die dreidimensionalen Roboterbewegungen werden hier mit einem Windeffekt kombiniert. Rasante Geschwindigkeiten, abrupte Richtungswechsel und verschiedene klimatische Situationen sorgen für ein neuartiges Fahrvergnügen. kuka RoboSim 4-D Simulatoren können in der gesamten Entertainmentbranche z. B. in Freizeitparks, Science Center oder Themenparks zum Einsatz kommen.

Der kuka Leichtbauroboter bei der Montage von PKW-Hinterachsgetrieben.
Piloteinsatz eines „fühlenden“ Roboters
In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (dlr) entwickelt kuka Robotics einen völlig neuartigen Robotertyp, der das bestehende kuka Produktsortiment ergänzen wird. Dieser sensitive kuka Leichtbauroboter verfügt über die Fähigkeit zur kognitiven Automatisierung, d. h. er kann über die Programmierung hinaus relativ selbstständig agieren. Dies bietet sich insbesondere in den Bereichen der Produktion an, in denen bisher entweder mit sehr großem technischen Aufwand automatisiert oder nur von Hand gearbeitet werden konnte. Der neue Roboter ist auch dafür konzipiert, sich den Arbeitsraum mit dem Menschen zu teilen. Damit werden sich zukünftig vollkommen neue Anwendungsfelder für Roboter eröffnen. Obwohl der sensitive kuka Roboter automatisiert arbeitet, tastet er sich dank seiner integrierten Sensoren an Objekte heran und stellt sich auf veränderte Bedingungen ein. Sollte sich ein Fertigungsstück beispielsweise nicht in der optimalen Position befinden, passt der sensitive Roboter seinen Bewegungsablauf entsprechend an. Ein konventioneller Industrieroboter, der Bewegungsabläufe entsprechend seiner Programmierung exakt ausführt, muss dagegen in einer solchen Situation durch den Bediener korrigiert werden.
Am 30. November 2009 stellte die Daimler ag der Fachpresse zwei dieser sensitiven kuka Leichtbauroboter im Werk Untertürkheim / Mettingen vor; diese haben seit März 2009 im Rahmen eines Pilotprojektes mehr als 15.000 Hinterachsgetriebe in der Serienfertigung montiert. Der Kunde zog eine sehr positive Zwischenbilanz, denn mit diesen neuen Robotern können nun erstmals Montagearbeiten automatisiert werden, die vorher nicht oder nur sehr kostenintensiv automatisierbar waren.
neue industrierobotergeneration auf der automatica 2010
kuka Robotics präsentiert auf der weltgrößten Robotermesse automatica im Juni 2010 in München die neue Generation ihrer Industrieroboter, die ab Jahresende vertrieben werden. Diese Produktfamilie, modular aufgebaut wie ihre Vorgänger, stellt eine grundlegende Weiterentwicklung in der Steuerung und in der Mechanik des bestehenden Roboterprogramms dar.

