Vorläufige Zahlen zum Geschäftsjahr 2005

Die IWKA AG hat im Geschäftsjahr 2005 einen Umsatz von 2.070,9 Mio. EUR (2004: 2.351,9 Mio. EUR) erzielt. Der Umsatzanteil der Geschäfte, die zukünftig fortgeführt werden (Continuing Operations), betrug 1.615,0 Mio. EUR (2004: 1.680,8 Mio. EUR)

7. Februar 2006

  • Auftragseingänge und Umsatzerlöse der fortgeführten Geschäfte nahezu auf Vorjahresniveau
  • Portfoliobereinigung und Restrukturierung des Konzerns belastet Ergebnis einmalig
  • Umbau und Fokussierung beschleunigt
  • Nach Restrukturierung und Konsolidierung positive Ergebnisentwicklung in 2006 und Folgejahren erwartet 

 

Die IWKA AG hat im Geschäftsjahr 2005 einen Umsatz von 2.070,9 Mio. EUR (2004: 2.351,9 Mio. EUR) erzielt. Der Umsatzanteil der Geschäfte, die zukünftig fortgeführt werden (Continuing Operations), betrug 1.615,0 Mio. EUR (2004: 1.680,8 Mio. EUR). Der Umsatz der nicht fortgeführten Geschäfte (Discontinued Operations) lag bei 455,9 Mio. EUR (2004: 671,1 Mio. EUR). Einmalaufwendungen für Strukturverbesserungen in den Geschäftsbereichen Automobiltechnik, Robotertechnik und Verpackungstechnik werden das operative Ergebnis (EBIT) aus Continuing Operations mit rund 40 Mio. EUR belasten. Aufgrund der Bereinigung des Portfolios und einmaliger Strukturaufwendungen insbesondere bei den Discontinued Operations erwartet die IWKA ein deutlich negatives Ergebnis nach Steuern. Die endgültigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2005 veröffentlicht die IWKA auf der Jahrespressekonferenz am 29. März 2006. 

Wolfgang-Dietrich Hein, Vorsitzender des Vorstandes der IWKA, sagte: "Das Unternehmen hat in 2005 wesentliche Meilensteine erreicht. Insbesondere im letzten Quartal haben wir eine hohe Dynamik beim Umbau entwickelt. Die Potenziale des Konzerns fördern wir konsequent. Auf Basis dieser Entwicklung erwarten wir bereits für 2006 eine deutlich positive Cashflow- und Ergebnisentwicklung." 

Die Auftragseingänge der fortgeführten Geschäfte (Continuing Operations) per 31. Dezember 2005 konnten mit 1.640,0 Mio. EUR nicht ganz an das Niveau des Vorjahres anknüpfen. Gegenüber 2004 (1.688,1 Mio. EUR) gingen sie um 2,8 Prozent zurück. Maßgeblich für den Rückgang war der Geschäftsbereich Robotertechnik, der 12,1 Prozent weniger Auftragseingänge verbuchte, dies überwiegend als Folge eines restriktiveren Investitionsverhaltens der Automobilindustrie und der zeitlichen Verschiebung von Investitionsprojekten. Das Auftragsvolumen aus der General Industry reichte nicht aus, diesen Einbruch zu kompensieren. 

Der größte Bereich, der Geschäftsbereich Automobiltechnik, verzeichnete dagegen einen Anstieg der Auftragseingänge um 4,0 Prozent. Dies ist umso bemerkenswerter, als sich das Auftragsvolumen 2004 dank eines Großauftrages bereits auf einem hohen Niveau bewegte. In Folge des zunehmenden Wettbewerbsdrucks auf den etablierten Märkten Europas und USA, der mit einem fortschreitenden Konzentrationsprozess einhergeht, entwickelten sich die Auftragseingänge im Geschäftsbereich Verpackungstechnik gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig. 

Der Anteil der ausländischen Gesellschaften am Auftragseingang der gesamten Gruppe erhöhte sich gegenüber 2004 auf 39,3 Prozent (Vorjahr: 35,9 Prozent). 

Die Umsatzerlöse der fortgeführten Geschäfte des IWKA Konzerns (Continuing Operations) lagen im Berichtszeitraum mit 1.615,0 Mio. EUR um 3,9 Prozent bzw. 65,8 Mio. EUR unter denen des Vorjahres. Hier schlägt vor allem das deutliche Umsatzminus der Robotertechnik von -23,0 Prozent (96,9 Mio. EUR) zu Buche. 

Eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr verzeichneten dagegen die Geschäftsbereiche Automobiltechnik (+4,7 Prozent) und Verpackungstechnik (+2,4 Prozent). In den unter Discontinued Operations geführten Gesellschaften in den Nichtkerngeschäften hat sich der Umsatz reduziert. 

Die ausländischen Gesellschaften erwirtschafteten 39,8 Prozent der Umsatzerlöse des gesamten Konzerns (Vorjahr: 36,2 Prozent). 

In den Continuing Operations belasten Einmalaufwendungen in Höhe von zusammen rund 40 Mio. EUR für Strukturverbesserungen in den Geschäftsbereichen Automobiltechnik, Robotertechnik und Verpackungstechnik das Konzern-EBIT des Jahres 2005. Bedingt durch diese Einmalaufwendungen wird das ansonsten positive IWKA Konzern-EBIT aus Continuing Operations negativ. 

Der konsequente Bereinigungsprozess des Portfolios, umfangreiche einmalige Strukturaufwendungen für die Zukunft sowie negative Entwicklungen des wirtschaftlichen Umfeldes lassen für das Geschäftsjahr 2005, insbesondere auf Grund von Abgangsverlusten, ein deutlich negatives Ergebnis nach Steuern erwarten. Allein die Desinvestition der EX-CELL-O-Gruppe belastet das Ergebnis aus Discontinued Operations des IWKA Konzerns in 2005 mit Buchwertverlusten in Höhe von rund 55 Mio. EUR. Hinzu kommt ein operativer Verlust der EX-CELL-O-Gruppe in Höhe von rund 40 Mio. EUR. 

Die Gesellschaften der fortgeführten Bereiche (Continuing Operations) beschäftigten am Jahresende 8.980 Mitarbeiter. Damit reduzierte sich die Zahl der Beschäftigten gegenüber dem 31.12.2004 um 174 Personen. Personal wurde hauptsächlich in den Bereichen Verpackungstechnik und Robotertechnik abgebaut. Einschließlich der Discontinued Operations waren am 31.12.2005 für IWKA 11.360 Mitarbeiter tätig. 

Entwicklung in den Geschäftsbereichen 

Im Geschäftsbereich Automobiltechnik lagen die Auftragseingänge 2005 mit 949,6 Mio. EUR um 4,0 Prozent über denen des Vorjahres. Die Umsatzerlöse von 941,1 Mio. EUR übertrafen die des Jahres 2004 sogar um 4,7 Prozent (41,9 Mio. EUR). 

Das Projektgeschäft des Geschäftsbereichs ist in allen Teilbereichen von einem erheblichen Kosten- und Preisdruck, im Anlagenbau zusätzlich von umfangreichen Strukturaufwendungen belastet. Die Schweißzangengruppe (ARO S.A.S.) verzeichnete im abgelaufenen Jahr gute Geschäfte und verbesserte das Ergebnis. Die Zahl der Beschäftigten zum 31.12.2005 hielt sich mit 4.395 Mitarbeitern leicht über Vorjahresniveau. 

Der Auftragseingang 2005 des Geschäftsbereichs Robotertechnik betrug 338,5 Mio. EUR und lag damit 12,1 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Der Rückstand aus den ersten Quartalen im Vergleich zum entsprechenden Vorjahrzeitraum konnte bis zum Jahresende nur leicht verringert werden. Insgesamt wurden 46,8 Mio. EUR weniger an Volumen erreicht als 2004. Der Umsatz im Bereich General Industry reichte nicht aus, um die Einbußen aus dem Geschäftsfeld Automobilindustrie zu kompensieren. KUKA Roboter baut das Geschäft mit der General Industry konsequent aus, um eine entsprechende Marktbreite zu erreichen sowie Markt- und Konjunkturschwankungen auszugleichen. 

Die Umsatzerlöse blieben mit 323,6 Mio. EUR weit unter denen des Vorjahres (420,5 Mio. EUR). Aufgrund des niedrigen Auftragseingangs lagen sie in allen Quartalen des Jahres unter dem vergleichbaren Vorjahreswert. 

Im Geschäftsbereich Robotertechnik waren zum Jahresende 2005 insgesamt 1.936 Mitarbeiter beschäftigt. Das sind 108 Beschäftigte weniger als zum Jahresende 2004. Maßnahmen zur Reduzierung der Mitarbeiterzahl im Rahmen der geplanten Umstrukturierungen der Gesellschaften der Robotergruppe wurden Ende 2005 vereinbart und werden nunmehr umgesetzt. 

Der Geschäftsbereich Verpackungstechnik hat sich trotz schwieriger Marktbedingungen als stabiles Standbein des Konzerns erwiesen. Das Geschäftsjahr 2005 war für seine Gesellschaften von zunehmendem Wettbewerbsdruck auf den etablierten Märkten Europas und USA gekennzeichnet, der mit einem fortschreitenden Konzentrationsprozess auf Anbieter- und Abnehmerseite einhergeht. Der Auftragseingang in der Verpackungstechnik lag infolgedessen mit 399,8 Mio. EUR um 3,2 Prozent unter dem des Vorjahres. Dieser Rückgang betraf alle drei Sparten der Verpackung in unterschiedlicher Ausprägung. Dagegen lagen die Umsatzerlöse mit 401,1 Mio. EUR um 9,3 Mio. EUR über dem Vorjahreswert. Insbesondere der Bereich Nahrungsmittel konnte seine Umsätze des Jahres 2004 um 15 Prozent übertreffen. Ende Dezember waren in der Verpackungstechnik 2.544 Mitarbeiter tätig. Aufgrund der fortgeführten Strukturmaßnahmen lag die Beschäftigtenzahl um 164 Personen unter dem Jahresendstand 2004. 

Zum Nichtkerngeschäft gehörten 2005 die Unternehmen der nicht weiter geführten Geschäfte (Discontinued Operations). Die Discontinued Operations umfassen die EX-CELL-O-Gruppe, die Boehringer-Gruppe, die Bopp & Reuther Sicherheits- und Regelarmaturen sowie die IWKA Balg- und Kompensatoren-Gruppe (BKT-Gruppe). 

Bereinigt um bereits veräußerte Gesellschaften, wie die RMG-Gruppe oder Teile der Bopp & Reuther-Gruppe, lagen die Auftragseingänge und Umsatzerlöse der Nichtkerngeschäfte zum Jahresende um 3,2 Prozent bzw. 6,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Hauptursache hierfür war die unbefriedigende Geschäftsentwicklung bei der EX-CELL-O-Gruppe, sowohl beim Auftragseingang als auch beim nicht profitablen Umsatz. IWKA hat die EX-CELL-O-Gruppe zum 31.12.2005/01.01.2006 an den US-amerikanischen Investor MAXCOR verkauft. 

Die BKT-Gruppe konnte sowohl ihren Auftragseingang als auch ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahr steigern. Sie wurde im Dezember 2005 mit Wirkung zum 31.12.2005/01.01.2006 und vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Kartellbehörden an den deutschen Finanzinvestor Odewald & Compagnie veräußert. Bopp & Reuther Sicherheits- und Regelarmaturen GmbH übertraf die Vorjahreszahlen im Auftragseingang und Umsatz. Die Gruppe erwirtschaftete ein leicht positives EBIT. 

Die Boehringer-Gruppe verbuchte ebenfalls steigende Auftragseingänge. Die Umsatzerlöse der Gruppe übertrafen den Vorjahreswert deutlich. Zu dieser positiven Entwicklung trug vor allem die hohe Systemnachfrage im Kurbelwellen- und CNC- Drehmaschinengeschäft bei. 

Ausblick 

Durch die Veräußerung der nicht zum Kerngeschäft gehörenden Gesellschaften und auf Grund der bereits eingeleiteten Optimierungen im weiter geführten Geschäft plant der IWKA Vorstand im laufenden Jahr mit einer deutlich positiven Cashflow- und Ergebnisentwicklung. Es ist beabsichtigt, die Portfoliobereinigung des IWKA Konzerns im Laufe des Jahres 2006 abzuschließen. 

Wolfgang-Dietrich Hein hierzu: "Gegenüber dem Vorjahr sieht sich IWKA mit seinen Geschäftsfeldern Automobiltechnik, Robotertechnik und Verpackungstechnik in einer bedeutend besseren Ausgangslage. Marktseitig sind entsprechende Signale zu spüren. 

Die Restrukturierung und Portfoliobereinigung sind notwendige Voraussetzungen, um den Unternehmenswert zu steigern und IWKA als profitablen Automationskonzern am Markt zu positionieren. Das Jahr 2006 wird bereits erste positive Ergebnisse auf diesem Weg bringen." 

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