KUKA Innovation Award 2015 geht an italienisches Forscherteam

Augsburg/Hannover, 17. April 2015. Der Gewinner des KUKA Innovation Award 2015 steht fest: Ein Forscherteam des Biorobotik Instituts der Scuola Superiore Sant’Anna, Pisa, wurde auf der Hannover Messe zum Sieger gekürt.

17. April 2015

Augsburg/Hannover, 17. April 2015. Der Gewinner des KUKA Innovation Award 2015 steht fest: Ein Forscherteam des Biorobotik Instituts der Scuola Superiore Sant’Anna, Pisa, wurde auf der Hannover Messe zum Sieger gekürt. Mit ihrer Entwicklung „ReTeLINK: Reciprocal Teleoperation of the LBR iiwa and an Interactive Exoskeleton” holten die Ingenieure den ersten Platz.

Gegen mehr als 20 Bewerber konnten sich die italienischen Entwickler durchsetzen und die internationale Jury überzeugen. Dr. Bernd Liepert, Chief Innovation Officer der KUKA AG, überreichte gestern auf dem KUKA Messestand bei der Siegehrung den mit 20.000 € dotierten Preis. Das Gewinnerteam überzeugte mit seiner Applikation, in der eine Datenverbindung zwischen zwei nachgiebigen Roboterarmen aufgebaut wird: dem Arm des KUKA LBR iiwa und einem neu entwickelten Oberarm-Exoskelett (Schulter-Ellbogen). Somit bewegt der Mensch den Leichtbauroboter wie seinen eigenen Arm mithilfe des sensorgeführten Exoskeletts, durch das die Gelenkwinkel von Schulter und Ellbogen erkannt werden. Die Motoren des Exoskeletts geben die Kräfte wieder, die durch die Interaktion des LBR iiwa mit seiner Umwelt entstehen. Damit lassen sich Telepräsenz- und Reha-Anwendungen realisieren.

Finalisten-Teams präsentieren ihre Ideen auf der Hannover Messe
Während der gesamten Messewoche führen die vier Finalisten-Teams des KUKA Innovation Award den Besuchern ihre Entwicklungen in Halle 17 direkt neben dem KUKA Stand G04 vor. Alle vier Applikationen sind gleichermaßen Publikumsmagneten. „Wir gratulieren unseren Finalisten und freuen uns mit ihnen, dass sie ihre Ideen so kreativ und in kürzester Zeit mit dem LBR iiwa umgesetzt haben. Dies zeigt einmal mehr, wie spannend die Robotik sein kann“, sagt Dr. Bernd Liepert, Chief Innovation Officer bei KUKA.
Neben dem Siegerteam präsentieren auch die anderen drei Finalisten ihre Projekte. Das Team RoboCut des Archäologischen Forschungszentrums und Museums in Neuwied und des Agile and Dexterous Robotics Lab (ADRL) der ETH Zürich beschäftigen sich damit, wie Roboter die Menschheitsgeschichte entschlüsseln können. In der experimentellen Archäologie werden steinzeitliche Werkzeuge unter kontrollierten Bedingungen hergestellt und experimentell verwendet. Durch den Vergleich der mikroskopischen Spuren auf dem Steinwerkzeug des Experiments mit denen auf echten Fundstücken können Aussagen über den Gebrauch des echten Werkzeugs gemacht werden. In der RoboCut-Applikation führt der Leichtbauroboter LBR iiwa ein Steinwerkzeug über verschiedene Materialien und speichert mikroskopische Aufnahmen der Schnittkante des Steinwerkzeugs zum späteren Vergleich mit echten Werkzeugen.
Das Projektteam CATCH der Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) präsentiert das Einfangen von unregelmäßig geformten Flugobjekten. Der LBR iiwa ist mit einer Greifhand ausgestattet und so programmiert, dass er einen Gegenstand fangen kann, der ihm zugeworfen wird. Das Hand-Arm-System wird während des Fangens blitzschnell auf die Flugbahn angepasst, da ansonsten die geworfenen Objekte einfach aus der Handfläche springen würden, bevor der Roboter die Finger schließen kann.
Das APPLE-Projekt (Autonomous Picking and Palletizing) wird am Center for Applied Autonomous Sensor Systems (AASS) an der Universität Örebro in Schweden durchgeführt und liefert eine Lösung für den Logistikbereich. Hierzu entwickelte das Team ein mobiles Handhabungssystem, in welches der LBR iiwa integriert wurde. Das System ist in der Lage, selbständig leere Paletten aufzunehmen und autonom navigierend an eine gewünschte Stelle der Fabrik zu bewegen. Dort angekommen, nimmt der LBR iiwa mittels eines innovativen Einzuggreifers die angeforderten Produkte nach und nach von einer vollen Palette auf und stellt sie auf die leere Palette. 

Technologietransfer
Um die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie weiter zu vertiefen, gibt es seit 2014 den KUKA Innovation Award. „Unser Ziel ist es, den Technologietransfer von der Wissenschaft und Forschung in die Industrie zu fördern“, erklärt Dr. Rainer Bischoff, Leiter Konzernforschung, die Intention des Wettbewerbs. „Ich freue mich, dass wir auch in diesem Jahr wieder viele Bewerber mit wirklich innovativen Projekten hatten. Die Entwicklungen der Finalisten kommen auf der Messe sehr gut an.“ Die Bewerber hatten die Aufgabenstellung, eine Roboteranwendung in Mensch-Roboter-Kollaboration zu entwickeln, die in einer realistischen Arbeitsumgebung funktioniert. Damit die Bedingungen für alle Teilnehmer gleich sind und ein fairer und direkter Vergleich der Bewerbungen möglich ist, sollte die Anwendung in Verbindung mit dem KUKA Leichtbauroboter LBR iiwa stehen, den KUKA für die Dauer des Wettbewerbs den Teilnehmern kostenlos zur Verfügung gestellt hat.
Der sensitive KUKA LBR iiwa ist präzise, nachgiebig, flexibel und mit einer Mechanik und Antriebstechnik für den industriellen Einsatz ausgestattet. Mit ihm können feinfühlige und komplexe Montageaufgaben automatisiert werden, bei denen der Einsatz von Robotern bisher nicht möglich war. Er ist mit sieben Achsen dem menschlichen Arm nachempfunden und kann in Positions- und Nachgiebigkeitsregelung betrieben werden. Der LBR iiwa agiert als „dritte Hand“ des Bedieners und eröffnet so für die Zukunft ganz neue Einsatzmöglichkeiten ohne Schutzzaun. 

Weitere Informationen erhalten Sie unter:
http://www.kuka-ag.de/en/sectors_innovations/innovations/finalists_2015/

Innovation Award 2015

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