Maschinen-Retrofit: Frischekur beim Pressen-Spezialist

Seit fast 40 Jahren werden bei KUKA Industries in Obernburg alte Maschinen wiederaufbereitet - Entgrat- und Tuschierpressen wie auch Roboter: Sie alle erhalten hier die Chance auf ein zweites Leben. So wie die Schnellentgratpresse SEP 16-100 der Marke REIS, die seit 16 Jahren ihre Arbeit bei einem deutschen Automobilzulieferer verrichtet.

Statt sie durch eine neue Presse zu ersetzen, entschied sich der Kunde mit einer Generalüberholung in der KUKA Maschinenfabrik seine Maschine wieder an modernste Produktions- sowie Sicherheitsanforderungen anzupassen und sie so auf viele weitere erfolgreiche Jahre bei ihrem Besitzer bestens vorzubereiten. 

Die Ausgangssituation: Eine veraltete, abgenutzte Entgratpresse

Wenn die Generalüberholung in der Maschinenfabrik von KUKA Industries in Obernburg ansteht, haben die Pressen bereits Tausende Betriebsstunden hinter sich – und das sieht man ihnen an. Leckagen, mechanische Beschädigungen, abgenutzte Zylinder und Dichtungen, Spiel oder Rost sind die häufigsten Verschleißerscheinungen. Doch alles kein Problem für die KUKA Experten: „Es gibt nichts, was wir hier nicht wieder hinbekommen“, sagt Eberhard Amrhein, Leiter Customer Service für den Raum EMEA bei KUKA Industries. „In den letzten 35 Jahren sind Maschinen in den unterschiedlichsten Zuständen bei uns gelandet – und bisher konnten wir noch jede Maschine nach den Wünschen des Besitzers  in Top-Form zurückgeben." 
Die in die Jahre gekommene Reis-Entgratpresse soll wieder auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden.
Eines davon ist die Reis-Schnellentgratpresse eines deutschen Automobilzulieferers. Die Entgratpresse vom Typ SEP 16-100 mit 100 Tonnen Presskraft schaffte das Unternehmen Ende der 1990er an, um damit Druckgussteile für die Automobilindustrie herzustellen. Nach 16 Jahren im Dreischichtbetrieb lief sie immer noch dauerhaft, war jedoch etwas in die Jahre gekommen. Die Steuerung entsprach nicht mehr dem neuesten Stand der Technik und auch größere Werkzeuge konnten nicht ohne weiteres eingebaut werden. Was tun – mit einer neuen Maschine durchstarten oder auf die jahrelange bewährte Basis bauen? Obwohl bevorzugt der Wert der bisherigen Maschine erhalten werden sollte, überlegte der Kunde, sich eine neue anzuschaffen. Diese würde gewisse Spezifikationen bereits erfüllen – wie eine bestimmte Einbauhöhe und einen hohen technischen Stand. Dem gegenüber steht der Neupreis. 

Die Aufgabe: Auf Industriestandard aktualisieren

Für die endgültige Entscheidung holte sich der Kunde erneut die Experten von KUKA Industries an Bord, die ihn schon bei der Anschaffung beraten hatten. Nach einer gründlichen Evaluation, welche eine mechanische, elektrische, hydraulische und steuerungstechnische Betrachtung beinhaltet, stand fest: In diesem Fall würde es sich lohnen, in eine Grundüberholung zu investieren. Nicht immer ist das der Fall. "Es gibt Situationen, in denen eine Überholung, je nach Umfang und Aufrüstungsgrad, an den Neupreis einer Maschine herankommt", erläutert Eberhard Amrhein. "Bestimmte Teile bleiben allerdings alt und trotzdem kostet es 80 oder 90 Prozent vom Neupreis, die Maschine wieder herzurichten. Je nach Umfang ist eine neue Maschine auch relativ schnell gebaut. Das muss man von Fall zu Fall abwägen."

Die Lösung: Umrüstung auf neueste Standards

Entsprechend dem Kundenwunsch wurden die Umrüstungen – andere Standfüße, eine neue Schutzgittereinrichtung, erweiterte Einbauhöhe für größere Werkzeuge – von KUKA Industries kosteneffizient umgesetzt. Insbesondere punkten konnte KUKA als Integrator der neuen Steuerung: Dem Kunden war besonders wichtig, dass die Steuerung für die Entgratpresse den neusten Standards entspricht– was bei der Dialog IV von KUKA der Fall ist. Die PC-basierte Steuerung wurde von KUKA speziell für und mit Kunden wie dem Automobilzulieferer entwickelt. Über Monitor und Touchscreen lassen sich werkzeugabhängige Programme intuitiv und einfach erstellen, modifizieren, speichern und vervielfältigen. Zudem ermöglichen robuste Hardwaretaster, die Presse auch im rauen Gießereibetrieb, in der Verschmutzungen ein Arbeiten mit Touch-Displays erschweren, mühelos zu bedienen.
Neu und modifiziert: Die Entgratpresse wurde von den KUKA Experten entsprechend den Kundenwünschen optimiert.

Ersatzteilverfügbarkeit wie bei Neuanschaffung

Im Zuge einer Grundüberholung ist ein Verzicht auf die Maschine meist nicht vermeidbar.  "Bei einer Anlage mit Robotern kann man notfalls diesen baugleich ersetzen und die Programmierung übertragen. Das ist mit einer Presse nicht immer machbar", erklärt Eberhard Amrhein. Um die Ausfallzeit möglichst gering zu halten, musste der Kunde den Ablauf deshalb genauestens planen und die Produktion entsprechend anpassen. Von dem Zeitpunkt der Demontage  bis zur Wiederinbetriebnahme und Abnahme im Werk vergehen mehrere Wochen. Dazwischen wird die Maschine einmal komplett in Einzelteile zerlegt und gereinigt. Alle fehlerhaften und verschlissenen Komponenten werden anschließend gegen neue Bauteile ausgetauscht. Damit verfügt die überholte Maschine über die gleiche Ersatzteilgewährleistung wie eine neue Maschine"Jetzt hat der Kunde wieder 16 Jahre seine Ruhe", sagt Eberhard Amrhein schmunzelnd.

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