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#HomeofRobotik: 50 Jahre Robotik-Know-how

Dem Menschen dienen: Mit diesem Gedanken hat vor 50 Jahren im süddeutschen Augsburg die Geschichte moderner Industrieroboter ihren Anfang genommen. Die Idee lebt weiter. Heute entsteht dort entlang komplexer Fertigungslinien nachhaltige Robotik für jede Unternehmensgröße und nahezu jeden Einsatzzweck. Immer im Fokus dabei: die Anwender.


Gastautor
28. November 2023
Technology
Lesezeit: 3 Min.
Geschrieben von Marcus Schick

Weltweit erster elektrisch betriebener Industrieroboter

Famulus: So nannte man im alten Rom einen Diener oder Gehilfen. Was die Römer nicht ahnten, in diesem Namen steckte schon damals das Programm für die Robotik der Zukunft – als „Helfer“, um Menschen die Produktion von Gütern und industrielle Prozesse zu erleichtern. Als KUKA 1973 mit dem KR FAMULUS den weltweit ersten sechsachsigen, elektrisch angetriebenen Industrieroboter auf den Markt brachte, schrieb das Maschinenbauunternehmen aus Augsburg Technikgeschichte und läutete ein völlig neues Zeitalter der Robotik ein.

1970: Das Entwicklerteam mit dem KR FAMULUS - dem weltweit ersten elektrisch betriebenen Industrieroboter

Mit seinen sechs elektrisch angetriebenen Achsen wirkte der KR FAMULUS aus heutiger Perspektive zwar noch sehr „eckig“ und vorsintflutlich  – war aber genau das Gegenteil: Er erfüllte exakt die Anforderungen der Industrie nach flexibel einsetzbaren Robotern, die ebenso vielseitig wie auch hochpräzise Aufgaben im Produktionsalltag übernehmen und dabei zu Garanten für exakt getaktete Produktionsabläufe werden konnten. 

Unsere Mission: Menschen die Arbeit und das Leben erleichtern

„Die Idee des KR FAMULUS und deren Umsetzung ist auch nach 50 Jahren noch immer aktuell: KUKA Roboter sind zuverlässige Helfer in der industriellen Produktion. Dieser besondere Mehrwert wird uns von unseren Kunden, aber auch im eigenen Fertigungsalltag immer wieder bestätigt“, erklärt Edmund Bahr, Head of Quality and Production bei der KUKA Deutschland GmbH. Seit 34 Jahren ist Bahr schon im Unternehmen und hat die Geschichte der Robotik ganz unmittelbar miterlebt und mitgestaltet. 

Ein bisschen technikverliebt muss man hier schon sein.

Edmund Bahr, Head of Quality and Production bei der KUKA Deutschland GmbH
Bahr zeigt auf einen KR FORTEC ultra mit Doppelschwingen-Design, der eingangs der Roboterproduktionshalle steht, in der die Hauptmontage der KUKA Industrieroboter läuft. Der für Schwerlastanwendungen konzipierte Roboter wurde anlässlich des Firmenjubiläums in einem speziellen Dekor mit Fotos der KUKA Gründer Johann Josef Keller und Jakob Knappich lackiert.
Erfahren Sie jetzt, wie und wo KUKA Roboter hergestellt werden und warum sie besonders langlebig sind.

Ein Weltrekordler packt mit an

Auch in der Roboterproduktion in Augsburg unterstützen KUKA Roboter. Einer davon ist definitiv nicht zu übersehen. Mit einer Traglast von bis zu 1,3 Tonnen und einer Reichweite von über 3,6 Metern packt der KR TITAN gleich zu Beginn der Hauptmontage der KUKA Roboterproduktion kräftig zu. Er bringt die großen, schweren Bauteile der neuen zu montierenden KUKA Roboter zusammen, das Grundgestell, das Karussell und das Getriebe. Der KR TITAN macht seinem Namen dabei alle Ehre und hat es 2008 als damals größter und stärkster sechsachsiger Industrieroboter der Welt ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft.  
KR TITAN produziert automatisiert Roboter in der Produktion in Augsburg

Unverwüstlich nach über 27.204 Betriebsstunden

„KUKA Roboter sind nicht nur unverzichtbare Helfer für unterschiedlichste Industrieanwendungen mit verschiedensten Anforderungen an Traglasten und Reichweiten, sondern auch nahezu unverwüstlich. Aktuell wird beispielsweise ein KUKA Roboter nach 27 Jahren und über 27.204 Betriebsstunden in der Produktion eines Automobilzulieferers für neue Einsätze vorbereitet. Sein ausgezeichneter Zustand macht ihn voll einsatzfähig für neue Aufgaben“, erklärt Produktionsleiter Bahr. 

Roboter sind unsere Leidenschaft

Der Maschinenbau-Ingenieur mit Schwerpunkt Produktion und Automatisierung zeigt beim Gang durch die weitläufigen Produktionshallen am KUKA Headquarter in Augsburg auf fünf orange leuchtende Roboter, die gerade die Lackierzelle verlassen haben. 
Der letzte Feinschliff: Lackierarbeiten in der Roboterproduktion in Augsburg
Lackierung eines gerade produzierten KUKA Roboters
Als ein Werker die Abdeckungen entfernt und final den KUKA Schriftzug per Hand akkurat in Schwarz lackiert, kann man das Herzblut spüren, das in jedem einzelnen KUKA Roboter steckt. „Roboter sind unsere Leidenschaft“, bestätigt Edmund Bahr.

German Engineering Spirit in jedem Roboter

In den Produktionslinien am Augsburger Standort entsteht wie in weiteren KUKA Werken, etwa in China und Ungarn, Automatisierungstechnologie mit German Engineering Spirit. Dazu gehören große, auf Schwerlast ausgelegte Industrieroboter wie der KR FORTEC, genauso wie auch kleine, wendige Roboter wie der KR AGILUS, Leichtbauroboter und Cobots wie der LBR iisy. KUKA entwickelt und fertigt aber auch „Spezialisten“ ausgerichtet auf die Anforderungen bestimmter Industrien, wie zum Beispiel aus der Hygienic-Oil-Reihe oder der KR QUANTEC Arctic PA für die Lebensmittelindustrie.

Egal wie groß oder klein, jeder Arbeitsschritt wird in den Montagehallen mit großer Sorgfalt durchgeführt. Unablässig durch die Hallen surrende Routenzüge versorgen dazu die Mitarbeitenden an den einzelnen Arbeitsstationen taktgenau mit den jeweils erforderlichen Bauteilen und Komponenten. „Es ist alles im Fluss in der Produktion“, sagt Edmund Bahr. „Und das will gut geplant sein, erst recht, wenn Chipmangel, Lieferengpässe und Transportverzögerungen ins Spiel kommen.“

Inbetriebnahme eines KUKA Roboters

In Deutschland daheim & in der Welt zu Hause 

Umso wichtiger werde da das Zusammenspiel aller Akteure in der Roboterherstellung – über Bereichs- und Ländergrenzen hinweg, unter Einbeziehung der weltweiten Produktionsstandorte und des internationalen Vertriebs- und Integratoren-Netzwerks von KUKA. „Innovationen, Produkt- und Prozessoptimierungen entstehen aus den gesammelten Erfahrungen und dem Wissen des gesamten KUKA Kosmos.

Die Zeiten, in denen Konstrukteure im stillen Kämmerlein einen Roboter entwarfen, mit dem Plan zur Produktion gingen und sagten: ‚Jetzt macht mal‘, sind lange vorbei. Angesichts global vernetzter Lieferketten und sich immer schneller verändernder Kundenbedarfe kommt es auf ganzheitliches Production Engineering an“, sagt Bahr. Im Blick immer dabei: maximale Effizienz bei höchsten Qualitätsstandards – sowohl in der Herstellung wie auch im Lifecycle-Management. 

Robotermontage bei KUKA in Augsburg

Robotik ganzheitlich gedacht und gemacht

„Alle Aspekte von Anfang an mitzudenken und in die Optimierung der Produktions- und Qualitätssicherungsabläufe einzubauen, ist eine der Stärken des German-Engineering-Spirit, den KUKA weltweit lebt. Es führt zu konstanten globalen Qualitätsstandards und am Ende zu höherer Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit“, stellt Bahr fest. Dabei gehe es oftmals auch um vermeintliche „Details“, wie etwa die Verwendung von baugleichen Schrauben für unterschiedliche Modelle, was nicht nur Auswirkungen auf die Beschaffung, sondern auch auf Werkzeuge und die Arbeitsplatzausstattungen habe. 

Maximale Laufzeit durch globale Qualitätsstandards

„Durch die weltweite Vernetzung  der KUKA Standorte und die intensive Zusammenarbeit mit unserem internationalen Integratoren-Netzwerk wissen wir, welchen Herausforderungen unsere Kunden unterschiedlicher Branchen und Märkte gegenüberstehen. So können wir die Roboterproduktion standortübergreifend – in Augsburg, China und Ungarn – gleichermaßen fortlaufend auf die Anforderungen unserer Kunden optimieren, gegenseitig von den Stärken profitieren und die Fertigung weltweit konstant auf dem hohen KUKA Qualitätsstandard halten“, so Bahr. 
Edmund Bahr, Head of Production KUKA Deutschland GmbH

„Nach mehr als 50 Jahren Erfolgsgeschichte hat sich das Qualitätskonzept unserer Industrieroboter mehr als bewährt“, erklärt Edmund Bahr. Wie beim KR FAMULUS bestätige sich die KUKA Mission, Menschen die Arbeit und das Leben zu erleichtern und ihnen mit intelligenten Automatisierungslösungen „zu Diensten“ zu sein, bis heute jeden Tag aufs Neue. Fortschritt und Innovation kennen keinen Stillstand.“ Daraus nehme sein Team in der Produktion dann auch eine besondere Gewissheit für die Zukunft mit: „Uns wird garantiert nie langweilig.“ 

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