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Die Asset Administration Shell – ein Universalwerkzeug für den Datenaustausch in der Industrie

Unternehmen müssen immer mehr Daten über ihre Produkte und Prozesse austauschen. Doch bisher gab es einige Showstopper: Datensilos, inkompatible Schnittstellen und teure Austauschformate. Der neue Standard der Asset Administration Shell (AAS) durchbricht den gordischen Knoten. Und ist sogar kostenfrei.


Gastautor
10. April 2024
Technology
Lesezeit: 2 Min.

Von Alexandra Luchtai

Da haben wir es mal wieder, es geht um Daten. Klar, über Daten zu verfügen, ist gut. Sie möglichst effizient auszutauschen aber ist noch besser – und wird immer wichtiger. Vor allem dann, wenn es um die herstellerunabhängige Verwaltung von Informationen zu Produkten, Prozessen und ganzen Anlagen in der Industrie geht. Nicht zu vergessen: Die Flut an gesetzlichen Vorschriften, die auf die Unternehmen demnächst zukommt, wie der EU Data Act, ESG, Lieferkettengesetz usw. All diese Regularien müssen die Betriebe erfüllen, was zu einer Vielzahl von Datenmanagement-Lösungen auf dem Markt geführt hat. Und genau das ist das Problem. Zu viele verschiedene Angebote implizieren Daten-Schnittstellen, die nicht zusammenpassen, erzeugen Datensilos und setzen die Nutzung teurer, kommerzieller Austauschformate voraus. Doch es gibt einen Ausweg: Die Asset Administration Shell (kurz AAS), die den standardkonformen Datenaustausch ermöglicht.

Vereinfacht dargestellt, kann die AAS als Umsetzung der Idee eines Digitalen Zwillings verstanden werden. Denn die zu Deutsch genannte „Verwaltungsschale“ bildet den gesamten Lebenszyklus von Produkten, Geräten, Maschinen und Anlagen virtuell ab. Das wichtigste Nutzerversprechen dabei: eine herstellerübergreifende Interoperabilität, die erstmals die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen erleichtert, die bislang wegen der höchst unterschiedlichen Systeme mit proprietären Formaten nur schwer interagieren konnten.

Aufgeräumt statt komplex: Bild 1 demonstriert, wie schwierig es ist im Industrial Internet of Things den Überblick zu behalten angesichts heterogener IT-/OT-Datensätze, Kommunikationsprotokolle etc. Bild 2 illustriert die Lösung mit einem Digitalen Zwilling. (Quelle: Open Industry 4.0 Alliance)
(Quelle: Open Industry 4.0 Alliance)

Und das funktioniert so: Jedes von einem Unternehmen produzierte oder verarbeitete Produkt(bauteil) erhält eine AAS-Datei, die sämtliche Informationen in einem standardisierten Format zusammenfasst. Man kann es sich wie eine spezielle Zip-Datei mit allen relevanten Details vorstellen. Jeder, der dieses Produkt verwendet, kann auf die Daten zugreifen, ohne eine eigene Schnittstelle erstellen zu müssen.

Technisch betrachtet, fördert die AAS die Interoperabilität, indem sie klare Standards für Datenmodelle und Schnittstellen bereitstellt. Verschiedene Assets können miteinander kommunizieren und Daten austauschen – unabhängig von ihrer physischen oder virtuellen Natur. Die Interaktion erfolgt über standardisierte Protokolle, die eine nahtlose Integration in Industrie-4.0-Systeme ermöglichen. Und das Beste daran: Die Software zur Verarbeitung des AAS-Formats liegt Open Source vor und ist damit kostenlos verfügbar.

 

Was mit den Daten in der Assed Administration Shell passiert und welche Vorteile das mit sich bringt, erfahren Sie im Blogbeitrag unseres IoT-Spezialisten Device Insight

Die Asset Administration Shell

Lesen Sie den ganzen Beitrag auf dem Device Insight Blog

Über die Autorin

Alexandra Luchtai schreibt regelmäßig über Technologie-Innovationen, neueste Projekte und Markt-Insights rund um IoT, IIoT und jede Art von Smart Products, die von IoT-Spezialist und KUKA-Tochter Device Insight vernetzt werden. 

Portrait Alexandra Luchtai Device Insight
Alexandra Luchtai
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